Spanien steht vor Machtwechsel – International – Tagesschau – Schweizer Fernsehen

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/11/20/International/Spanien-steht-vor-Machtwechsel?WT.z_rss=news

Die Meinungsforscher gingen übereinstimmend von einem hohen Sieg der konservativen Volkspartei (PP) aus. Deren Spitzenkandidat Mariano Rajoy will Spanien mit einer drastischen Sparpolitik aus der Krise herausführen. Für die Sozialisten kandidierte der frühere Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba.

YouTube – Horst Seehofer erklärt, warum Wählen sinnlos ist

http://m.youtube.com/watch?desktop_uri=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3D_AYcGDCZ4zs%26feature%3Drelated&feature=related&v=_AYcGDCZ4zs≷=US

BBC News – Why is free milk for children such a hot topic?

http://www.bbc.co.uk/news/uk-15809645?utm_medium=twitter&utm_source=twitterfeed

Schuldenkrise: Der Euro-Rettungsschirm wirkt nicht mehr – Nachrichten Wirtschaft – WELT ONLINE

http://www.welt.de/wirtschaft/article13725378/Der-Euro-Rettungsschirm-wirkt-nicht-mehr.html

Zwangsenteignung von Immobilien in Deutschland | Sachwerte als Geldanlage

http://sachwertanlagetipps.de/immobilien/zwangsenteignung-von-immobilien-in-deutschland

Meinung: Loslassen oder Abstürzen? | Markt und Mittelstand

http://www.marktundmittelstand.de/portal/nachrichten/2963/meinung-loslassen-oder-abstuerzen/

Wer seine Macht an Nachfolger *weitergibt, der darf danach nicht mehr über sie verfügen. Das gilt für den Vorstand der Deutschen Bank ebenso wie für einen *mittelständischen Seniorchef. Verantwortliche müssen rechtzeitig loslassen, sonst schaden sie sich selbst und ihrem Lebenswerk, ist Markt und Mittelstand Redakteur Michael Dörfler überzeugt
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Jetzt kann das der Deutschen Bank aber nicht schnell genug gehen. Josef Ackermann wird bereits von Vorstandskollegen gedrängt, den Vorsitz so schnell wie möglich abzugeben. Ist sein Auftritt beim heutigen European Banking Congress in Frankfurt sein letzter großer in der Öffentlichkeit?

Noch ist der Verzicht auf’s Amt mit Würden machbar. Dauer-Rücktrittskandidaten kennt man aus der Politik. Immerhin, Berlusconi hat’s nach langem Anlauf endlich geschafft. Dann muss aber auch wirklich Schluss sein mit dem Entscheiden. Ob das Hineinregieren des Aufsichtsratschefs bei VW für den Automobilkonzern immer zu glücklichen Entscheidungen führt, mag dahingestellt bleiben. Auch welche Szenen sich vor der Firmen-Übergabe an Familienmitglieder oder externe Geschäftsführer abspielen, kann hier nur vermutet werden.

Fest steht für die Nachfolge leider auch, dass Günstlinge nicht die beste Wahl sind, aber oft bleibt keine andere, wie das Beispiel König Lears lehrt („Beßre deine Rede, sonst schädigst du dein Glück“). Dieser Shakespearesche Herrscher ist ein Prototyp dafür, was man bei der Aufteilung seiner Macht an Nachkommende eben nicht machen sollte. Sonst wird das Lebenswerk durch die eigene Hand des Inhabers zerstört. Der endgültige Abschied kann Verdammnis oder Krönung sein. Rechtzeitig loslassen können, das ist die Kunst der Führung in ihrem reifsten Stadium. „O du kehrst nimmer wieder,
Niemals, niemals, niemals, niemals, niemals!“ (König Lear)

SCHNELLER an die Macht!!

http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE7AH07X20111118

Notenbankern und Bankern reißt Geduldsfaden mit Politik | Konjunktur | Reuters

Führende Notenbanker und Vertreter der Finanzwirtschaft haben die Politik zu schnellem Handeln in der Schuldenkrise aufgefordert.

Der neue EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann kritisierten auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt, längst beschlossene Maßnahmen gegen die Schulden- und Finanzkrise würden zu langsam umgesetzt. Als Beispiel nannte Draghi die Ausweitung und Hebelung des Euro-Rettungsfonds EFSF. Trotz dieser Verzögerungen nach der Europäischen Zentralbank (EZB) als angeblich einziger schlagkräftigen Institution in der Krise zu rufen, sei der falsche Weg.

Draghi pochte bei einem seiner ersten größeren öffentlichen Auftritt seit Amtsantritt darauf, dass der EFSF in seiner verbesserten und gestärkten Form zügig aktiviert werden muss. “Seit die Installierung des EFSF beschlossen wurde, sind eineinhalb Jahre vergangen, seit dem Beschluss, das volle Garantievolumen des EFSF verfügbar zu machen, sind vier Monate vergangen, und seit dem Beschluss, den EFSF zu hebeln, sind vier Wochen vergangen”, beklagte der Italiener. “Wie steht es mit der Umsetzung dieser seit langem getroffenen Entscheidungen?” Ackermann wurde noch deutlicher: “Was entschieden wurde, muss schleunigst umgesetzt werden.” Anders ließen sich die Marktturbulenzen nicht in den Griff bekommen und den Banken drohten schwerwiegende Probleme bei ihrer Refinanzierung.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erteilte abermals allen politischen Begehrlichkeiten eine Absage, die EZB stärker als bislang zur Lösung der Krise einzuspannen. “Dass die bisherigen Versuche, die Krise zu lösen, nicht erfolgreich waren, rechtfertigt nicht, das Mandat der Zentralbank zu überdehnen und sie für die Lösung der Krise verantwortlich zu machen.” Die hohen ökonomischen Kosten einer Staatsfinanzierung durch die Notenpresse der EZB würden deren kurzfristige Vorteile so weit übersteigen, “dass das nicht helfen würde, die gegenwärtige Situation in irgendeiner Weise zu stabilisieren.”

EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo pflichtete Weidmann bei. Die Politik unkonventioneller geldpolitischer Maßnahmen biete keine Zauberformel zur Lösung der Probleme in der Euro-Zone, sagte der Spanier in Madrid.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht die Lösung der Krise nicht bei der EZB, sondern in einer intensiveren finanzpolitischen Zusammenarbeit der Euro-Länder. Die Lücke zu einer Fiskalunion müsse schnell geschlossen werden, forderte der CDU-Politiker. “Und wir werden sie schließen.” Die Fiskalunion müsse so gestaltet werden, dass eine gemeinsame Geldpolitik und verschiedene Finanzpolitiken unter einen Hut gebracht würden. Die Euro-Zone sei in einer “entscheidenden Bewährungsprobe”. Die Krise lasse sich aber nicht über “die Feuerkraft der EZB” lösen, mahnte Schäuble

In Europa tobt derzeit ein Streit über die Rolle der EZB in der Krise. Während beispielsweise Frankreich will, dass die Europäische Zentralbank (EZB) mehr Staatsanleihen kauft und Problemländern so unter die Arme greift, ist Deutschland strikt dagegen. Die Bundesregierung befürchtet, dass der Reformdruck auf Krisenländer nachlassen würde und die EZB in die Rolle eines Staatsfinanzierers gedrängt würde. Die EZB hat bislang für 187 Milliarden Euro Staatsanleihen angeschlagener Staaten in ihre Bilanz genommen. Ginge es alleine nach dem Willen der Bundesbank, wäre damit längst Schluss.

Der neue EZB-Chef Draghi hat sich bislang in dieser Frage noch nicht eindeutig positioniert. Der Italiener hat jedoch die Position seines Vorgängers Jean-Claude Trichet bekräftigt, wonach die Anleihenkäufe limitiert sind und ausschließlich geldpolitischen Zwecken dienen.

Der EZB ist der direkte Kauf von Staatsanleihen von den Mitgliedsländern durch den EU-Vertrag verboten. Sie kann lediglich am Sekundärmarkt aktiv werden. Andere wichtige Notenbanken wie die Federal Reserve in den USA oder die Bank von England sind in der Krise der vergangenen Jahre hingegen längst zur direkten Staatsfinanzierung übergegangen und kauften beziehungsweise kaufen für viele Milliarden Dollar und Pfund Bonds der Regierungen auf. Immer mehr Volkswirte glauben indes, dass auch die EZB eines Tages unter dem Druck der Krise ihren Widerstand wird aufgeben müssen.

Regiert Goldman Sachs nun in Italien? | Telepolis

http://www.heise.de/tp/artikel/35/35890/1.html

Wurde mit dem neuen italienischen Premierminister Mario Monti nun der Bock zum Gärtner gemacht? Schließlich ist er Berater der US-Investmentbank Goldman Sachs. Die hat bekanntlich eine unrühmliche Rolle in der Finanzkrise gespielt und mit Monti ist der zweite Goldman-Vertraute in europäische Führungspositionen aufgerückt. Auch auf den neuen italienischen Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) fällt der lange Schatten von Goldman Sachs. Unklar ist, ob Monti überhaupt die nötige Unterstützung im Parlament erhält. Die Lage an den Finanzmärkten ist weiter angespannt und mit dem Chaos in Italien sind nun auch Spaniens Zinsen auf eine Höhe gestiegen, die es zum Rettungskandidaten machen.

Schuldenkrise: Draghi, Weidmann und Ackermann reißt der Geduldsfaden | FTD.de

http://www.ftd.de/politik/europa/:schuldenkrise-draghi-weidmann-und-ackermann-reisst-der-geduldsfaden/60131284.html

Josef Ackermann – Machtkampf? Deutsche Bank dementiert – Wirtschaft – Hamburger Abendblatt

http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2099398/Machtkampf-Deutsche-Bank-dementiert.htm

Die Deutsche Bank hat einen Medienbericht über ein mögliches vorzeitiges Ausscheiden ihres Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann dementiert. Ein Bericht des «Handelsblatts» (Freitagausgabe), wonach einzelne Mitglieder in der jüngsten Vorstandssitzung der Bank einen vorzeitigen Rücktritt Ackermanns gefordert hätten, sei «frei erfunden», erklärte Deutschlands größtes Geldhaus am Freitag in Frankfurt am Main. Der Anfang der Woche von der Bank öffentlich bestätigte Zeitplan für den Übergang an der Spitze des Vorstands gelte unverändert.

Schuldenschnitt: Griechenland lehnt Vorschlag der Banken ab – Europas Schuldenkrise – FAZ

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenschnitt-griechenland-lehnt-vorschlag-der-banken-ab-11532288.html

Josef Ackermann: Unwürdiger Abgang – Menschen & Wirtschaft – FAZ

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/menschen-wirtschaft/josef-ackermann-unwuerdiger-abgang-11533259.html

Unter Josef Ackermanns Führung nahm der Ruf der Deutschen Bank schweren Schaden. Er verärgerte die Kanzlerin und verpatzt nun sogar seinen eigenen Abschied.

Flüchtlingen werden Organe gestohlen: Horror in Sinai-Wüste aufgedeckt – n-tv.de

http://www.n-tv.de/politik/Horror-in-Sinai-Wueste-aufgedeckt-article4815466.html

Szenario wie in einem Horrorfilm. Menschen, die sich auf den Weg in ein besseres Leben gemacht haben, werden von kriminellen Schleusern entführt und von korrupten Ärzten auf Bestellung “ausgeschlachtet”. Die Opfer kommen aus den ärmsten Ländern dieser Erde. Den brutalen Eingriff überleben sie in der Regel nicht. Drahtzieher sollen Beduinen sein.

Retired police chief arrested in full uniform at Occupy Wall Street demo after branding fellow officers ‘obnoxious, arrogant…

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2063351/Retired-police-chief-arrested-uniform-Occupy-Wall-Street-demo-branding-fellow-officers-obnoxious-arrogant-ignorant.html?ito=feeds-newsxml

Sitting against a wall in full dress uniform with his hands cuffed behind him, this is former Philadelphia police captain Ray Lewis being arrested during the Occupy Wall St protests.

The ex-cop was taking part in the demonstrations in New York when he was detained by fellow officers who put toughened plastic bands around his wrists and shoved him to the floor.

Startling footage posted on YouTube shows his uniform blending in with a dozen other officers – before they grab him and haul him away.

Protesters storm Kuwait assembly – World news – Mideast/N. Africa – msnbc.com

http://www.msnbc.msn.com/id/45329241/ns/world_news-mideast_n_africa/

KUWAIT CITY — Dozens of Kuwaitis briefly stormed Kuwait’s parliament building late on Wednesday as hundreds more demonstrated outside, demanding that Prime Minister Sheikh Nasser al-Mohammad al-Sabah step down, local media and witnesses said.

The protesters who forced their way into the debating chamber included some opposition lawmakers who have been among hundreds of people protesting outside parliament every week to demand the removal of Sheikh Nasser, whom they accuse of corruption.

“The people want to bring down the head (of government),” the crowds chanted as the protesters who had entered parliament re-emerged to join those massed outside.

The chants echoed cries made by protesters in Egypt who in February forced Hosni Mubarak to step down after three decades as president.
Only on msnbc.com
Congress takes up controversial anti-piracy legislation
Sandusky case triggers pain well beyond campus
Shady locksmiths preying on the vulnerable

What’s behind Gingrich’s ratings rise?

Two youths cross country to combat trash
A night of re-Occupation at Zuccotti Park
Rick Perry mandated costly health procedure

Kuwait has escaped the mass protests that toppled Mubarak and Tunisia’s Zine al-Abedine Ben Ali before him, thanks to a generous welfare system.

But the Gulf Arab state has endured a long political stalemate and opposition has built up against Sheikh Nasser, an influential member of the ruling family.

Some Kuwaiti news organizations and witnesses said riot police had beaten demonstrators as they assembled outside parliament.

A Reuters correspondent saw ambulances in the area, but it was not immediately clear if anyone had been hurt.

In May, two lawmakers attempted to question Sheikh Nasser over alleged misuse of public funds, a charge he denies. The request came days after he had unveiled his seventh cabinet.

The previous cabinet quit in March to avoid parliamentary questioning of three ministers.

Copyright 2011 Thomson Reuters. Click for restrictions.

Videos aus U-Bahn bei Polizei begehrt « DiePresse.com

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/709273/Videos-aus-UBahn-bei-Polizei-begehrt?parentid=0&act=2&isanonym=null#kommentar0

Griechenland: Autofahrer reißen Autobahn-Mautstellen nieder | Deutsche Mittelstands Nachrichten

http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2011/11/32242/

Zuckerersatz Stevia: Süße Versprechen – Wissen | STERN.DE

ist doch schon ewig am markt aber man darf es nur als badzusatz verkaufen lol

zum backen schwierig 😉 ohne rezeptanpassung, gewchmacklich auch nicht ident aber auf jeden fall potential, rohrzucker in vielen anwendungen zu ersetzen und/oder ergänzen!

hanf hat übrigens analoge eigenschaften 😉

http://www.stern.de/wissen/ernaehrung/zuckerersatz-stevia-suesse-versprechen-1751941.html#utm_source=standard&utm_medium=rssfeed&utm_campaign=wissen?utm_medium=twitter&utm_source=twitterfeed

Süßer als Zucker, ohne Kalorien und nicht schädlich für die Zähne: Das verspricht der neue Süßstoff Stevia, der bald in deutsche Läden kommt. Doch was taugt die angeblich natürliche Zuckeralternative? Von Christoph Fröhlich

“Systemische Krise”: Euro-Krise könnte 100.000 Banker den Job kosten – Nachrichten Wirtschaft – WELT ONLINE

http://www.welt.de/wirtschaft/article13720885/Euro-Krise-koennte-100-000-Banker-den-Job-kosten.html

Die Euro-Krise hat Europas Banken infiziert: Die Geldhäuser parken Milliarden bei der EZB, hunderttausend Banker bangen um ihre Jobs.

Druck von Deutscher Bank: Rufe nach der Notenpresse der EZB werden lauter « DiePresse.com

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/709322/Druck-von-Deutscher-Bank_Rufe-nach-der-Notenpresse-der-EZB-werden

Merkel und Sarkozy uneins: EZB wird zum Zankapfel – n-tv.de

http://www.n-tv.de/wirtschaft/EZB-wird-zum-Zankapfel-article4792726.html

Granny hit @occupyseattle

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RFID Chips FUCKING SICK !!

Sarkozy vs. CH news.ORF.at

http://www.orf.at/#/stories/2089060/

Sarkozy verscherzt es sich auch mit der Schweiz

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat es sich nun auch mit der Schweiz verscherzt. Weil er die Eidgenossenschaft in einem Atemzug mit Steueroasen wie Barbados, Antigua und Panama genannt hat, ist der Pariser Botschafter ins Berner Außenamt zitiert worden. Die Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey sagte, Sarkozy habe „wahrscheinlich ein Problem“ mit der Schweiz.

Dass Sarkozy die Schweiz beim G-20-Gipfel in der Vorwoche im Zusammenhang mit Steueroasen nannte, sei ganz und gar nicht freundschaftlich, kritisierte Calmy-Rey im Westschweizer Fernsehen. Sie könne sich dieses Verhalten nicht anders erklären, als dass Sarkozy „wahrscheinlich ein Problem“ mit der Schweiz habe. Sie wisse aber nicht, welches das sein könnte, sagte Calmy-Rey in der Interviewsendung „Pardonnez-moi“, die am morgen ausgestrahlt wird. Die „Westschweizer Tagesschau“ zeigte gestern Abend Ausschnitte davon.

Die Schweiz habe die Standards der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) übernommen, betonte Calmy-Rey. Mit Doppelbesteuerungsabkommen werde diese Politik konsequent weitergeführt. „Wir waren sehr überrascht und unzufrieden“, sagte die Bundespräsidentin. Das sei dann auch dem französischen Botschafter mitgeteilt worden.

ortner online » Hofrat Hemmungslos

http://www.ortneronline.at/?p=9913

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(FRANZ SCHELLHORN) Fritz Neugebauer hätte das Zeug zum Vorbild: Mit 67 Jahren steht der Pädagoge zwar nicht mehr im Klassenzimmer, aber noch immer an der Spitze der Beamtengewerkschaft. Während der Großteil der Bevölkerung längst dem vorzeitigen Ruhestand frönt, denkt Neugebauer nicht ans Aufhören, sondern kandidiert für eine weitere Amtsperiode. Womit klar ist, dass der neue Chef der Beamtengewerkschaft der alte sein wird. Denn dass Neugebauer beim Bundeskongress der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) in der kommenden Woche ein Ergebnis einfahren wird, das selbst geübten Diktatoren schmeicheln würde, daran besteht nicht der geringste Zweifel.

Martin Braun: Stammbaum der Supersprachfamilien

http://web.archive.org/web/20041102012231/http://www.unet.univie.ac.at/~a9509553/SprWiss/SprStmbSSpr.htm

Eine mögliche Urheimat der indogermanischen Sprechergemeinschaft

http://www.hjholm.de/indexdeutsch.html

1.1. Mathematisch ausgedrückt, stehen diese Parameter in einem hypergeometrischen Abhängigkeitsverhältnis und müssen zunächst transformiert werden. Erst aus dieser notwendigen SLRD-Transformation ergibt sich dann der quantitative Urzustand (der ursprüngliche Bestand an Merkmalen) im Zeitraum der Trennung jedes Sprachenpaares, die sog. ‘Trennungsmenge’. Diese Mengen wurden in Holm 2000 für 91 Paarungen zwischen 14 belegten idg. Sprachzweigen publiziert.

1.2. Da die Menge an Originalmerkmalen im Laufe der geschichtlichen Einflüsse nur abnehmen kann, ergibt sich aus ihnen eine eindeutige Ausgliederungsreihenfolge (NICHT ‘Glottochronologie’), die hier in der vereinfachten Form eines >Stammbaumes veranschaulicht wird, mit Einträgen der Wörter für ‘Hand’ in den verschiedenen Zweigen (jeweils älteste Form). Diese Ausgliederungsreihenfolge kann und sollte dann auf die verschiedenen Vorstellungen der (“Urheimat”) angewendet werden, natürlich einschließlich der notwendigen Wanderbewegungen.

1.3. Da die meisten Wissenschaftler einer Urheimat in den Gebieten nördlich des Schwarzen Meeres (‘Pontus’) zuneigen (z.B. Anthony 2007), zeigt unsere >Ausbreitungskarte die von dort ausgehenden Migrationen. Es muss aber bemerkt werden, dass leider weder diese Urheimat-Hypothese, noch irgendeine andere, noch gar die Wanderwege bisher überzeugend bewiesen werden konnten.

Baldurs Tod: asatru art – www.asatruart.de

http://www.asatruart.de/

One of the world’s first tragedies. . . !!!

Maerchen, Mythen und Legenden

Baldurs Tod

Baldur, Odins und Friggas Sohn, war der schönste und edelste unter den Göttern. Der blühende Jüngling, der Gott des Lichtes und des Frühlings, des Guten und des Gerechten, wurde von allen Asen am meisten geliebt.

Eines Tages träumte die Göttermutter Frigga einen bösen Traum. Sie sah, wie Hel, die Todesgöttin, ihren Lieblingssohn Baldur entführte. Auch Baldur träumte, daß sein junges Leben von Gefahren bedroht sei. Da beschwor Odin die uralte Wala, die Seherin der Hel, aus ihrem Grab, um sichere Kunde zu erfahren. Auf die Frage, wen man im Reiche der Hel erwarte, erhielt er die Antwort: “Baldur, den Guten, erwartet man. Hödur, sein blinder Bruder, wird ihn töten.”

Die Asen und Göttinnen hielten, voll Sorge um das Leben ihres Lieblings, Rat und faßten den Beschluß, daß alle Geschöpfe, die im Himmel und auf Erden sind, einen heiligen Eid schwören sollten, Baldur niemals etwas anzutun. Frigga selbst nahm Feuer und Wasser, Riesen und Elben, Menschen, Tiere und Pflanzen in strenge Eidespflicht.

Von nun an verfehlte jede Waffe, die man, um den neuen Bund zu erproben, gegen Baldur richtete, ihr Ziel. Ja es wurde zu fröhlicher Kurzweil unter den Asen, nach Baldur Geschosse zu werfen; doch keines traf ihn.

Am Rate der Götter hatte auch der verschlagene und ränkesüchtige Loki teilgenommen. Während die Götter nun mit Baldur ihr Spiel trieben, wandte er sich, als Bettlerin verkleidet, an die gütige Frigga und entlockte ihr ein Geheimnis: auf einer Eiche vor Walhallas Tor wuchs der Mistelstrauch. Diesen, so verriet Frigga, hatte sie nicht schwören lassen, weil er ihr zu schwach und unbedeutend erschienen war.

Schnell entfernte sich Loki, nahm seine wahre Gestalt an und eilte zur Eiche. Er schnitt ein Zweiglein der Mistelstaude ab und kehrte in den Kreis der Götter, die immer noch ihr fröhliches Spiel trieben, zurück. Untätig abseits stand nur Baldurs Bruder, der blinde Hödur. “Wie soll ich mitspielen, da ich doch des Augenlichts beraubt bin?” versetzte er mißmutig auf Lokis Frage.

“Spanne den Bogen, hier ist ein Pfeil”, sagte Loki und reichte ihm den Mistelzweig, “ich werde für dich zielen!”

Der blinde Hödur tat nach dem Geheiß des bösen Gottes, und, wie vom Blitz getroffen, sank Baldur entseelt zu Boden.

So hatte sich die Weissagung der Wala grausam erfüllt.

Nur Odins Wort, daß Hödur ein dem Baldur vorherbestimmtes Schicksal vollzogen habe, schützte den Mörder vor der Rache der Götter.

Dann schickten sie sich auf Geheiß des Göttervaters an, Baldurs Leichnam zu bestatten.

Nie zuvor hatte in Asgard und auf der Menschenerde so tiefe Trauer geherrscht wie jetzt um Baldur, den lieblichen Gott.

Am Strande des Meeres hatten die Asen Baldurs Schiff aufgestellt und auf ihm den Scheiterhaufen errichtet. Als sie den Leichnam obenauf legten, konnte Nanna, die Gattin Baldurs, den Anblick nicht Iänger ertragen, und ihr Herz brach vor Gram. So betteten die Asen sie an Baldurs Seite.

Alle Götter gaben dem toten Sonnengott Worte der Hoffnung mit auf den Weg. Niemand jedoch weiß, was Odin dem edlen Toten ins Ohr flüsterte.

Thor legte die Flamme an den mächtigen Scheiterhaufen. Dabei stieß er ein Zwerglein, Lit mit Namen, das ihm vor die Füße kam, mit einem Tritt in die Flamme, daß es verbrannte.

Dann schoben die Riesen das Schiff in die Fluten und ließen es die hohe See gewinnen. Immer mächtiger griff in dem wilden Fahrtwind die Flamme um sich, und einer riesigen Opferfackel gleich jagte Baldurs Schiff zum letzten Male über das Meer.

Als die Springflut gierig nach den brennenden Balken griff und ihre Glut in die Tiefe zog, war es den am Gestade harrenden Asen, als versinke die ganze Welt ringsum in Dämmerung.

Niemand trauerte mehr um Baldurs Tod als seine Mutter Frigga. War Baldur, der Frühlingsgott, den Asen und der Menschenwelt nun für immer entrissen? Sollte Hel, die Göttin des Totenreichs, sich nicht erweichen lassen, den Götterliebling freizugeben?

Auf Friggas inständige Bitten entschloß sich Hermodur, der Götterbote, seinen Bruder zu befreien.

“Ich gebe dir Sleipnir, mein Roß, für die lange Wegstrecke”, sagte Odin zu seinem Sohne, “es wird dich sicher ans Ziel führen, denn ihm ist der Weg bekannt.”

Neun Nächte ritt der Götterbote, bis der achtfüßige windschnelle Renner die Brücke, die zur Hel hinabführte, erreichte.

Hermodur wagte es kühn, in das Reich der Toten einzudringen. Bald sah er Baldur, den geliebten Bruder, schlafbefangen und bleich, an Nannas Seite sitzen. Er flüsterte ihm Worte des Trostes zu. Aber lange mühte sich der Götterbote vergeblich, die düstere Hel zur Milde zu stimmen. Mit eisiger Kälte blickte sie ihn an. Dann ließ sie ihre Stimme vernehmen: “Wer gestorben ist, bleibt meinem Reiche verfallen. Auch Baldur gehört der Hel. Trotzdem will ich die Bitte der Götter erfüllen und ihm die Freiheit wiedergeben, wenn alle Geschöpfe der Welt, ob lebende oder tote, ihn beweinen. Verweigert auch nur ein einziges Geschöpf diesen Anteil der Tränen, so bleibt Baldur für alle Zeit im Reiche der Toten!”

Hermodur eilte, zum Asenhof zurückzukehren. Baldur und Nanna gaben ihm Geschenke mit auf den Weg, die er Odin und Frigga mitbringen sollte.

Dort in Walhalla warteten alle voller Spannung auf den abgesandten Boten. Und voller Hoffnung sandte Frigga sogleich die Alben, ihre Boten, in die Welt hinaus, um alle Geschöpfe für Baldurs Heimkehr zu gewinnen. “Denkt an meinen geliebten Sohn, den Frühlingsgott”, ließ sie ihnen sagen, “und weinet über seinen Tod, so wird die Göttin der Unterwelt ihm die Heimkehr gewähren.”

Friggas Mühen schien nicht umsonst: alle Geschöpfe, zu denen ihre Boten kamen, waren voller Erbarmen und weinten um den toten Lichtgott. Schon machten sich die Alben auf den Heimweg.

Alle Wesen, sogar die starren Steine, hatten Anteil an Baldurs Schicksal gezeigt. Da trafen die Alben in düsterer Felsenhöhle eine grimmige Riesin, Thögg mit Namen, die hatte um Baldurs Tod keine Träne geweint, und kein Bitten und Flehen konnte sie rühren.

So blieb Baldur im Reiche der Hel.

Nicht wenige der Asen, die mit Betroffenheit die Weigerung des finsteren Weibes vernahmen, glaubten, daß hier Loki sein haßerfülltes Werk fortsetze.

Wo war der hinterhältige Mörder geblieben? Inmitten des Entsetzens, das bei Baldurs Ermordung alle gepackt hielt, hatte der heimtückische Loki entkommen können. Er floh nach Riesenheim und verbarg sich dort in einem einsamen Versteck. Die Götter aber fanden seine Spur. Doch als sie sich dem Hause, dessen vier Fenster nach allen Himmelsrichtungen gingen, näherten, machte sich der verschlagene Loki eilig davon. Er verwandelte sich, wie er es oft zu tun pflegte, in einen Lachs und verbarg sich unter einem Wasserfall. Vorher hatte er ein Netz, das er sich eben fertigte, um zu erproben, ob man ihn damit fangen könne, ins Feuer geworfen.

Das wurde ihm zum Verhängnis, denn in der Asche noch erkannten die Götter die Form des Netzes und wußten nun, wo und mit welchem Mittel sie ihn fangen sollten. Mochte Loki sich auch immer wieder der Verfolgung entziehen, die Götter fingen ihn schließlich in den Maschen des von ihm erfundenen Netzes.

Die Rache der Asen war so schrecklich wie das Verbrechen, das Loki begangen hatte. Sie führten ihn auf eine Insel im Reiche der Hel und schmiedeten ihn dort an einen scharfkantigen Felsen, daß er kein Glied regen konnte. Über dem Haupte des Verräters befestigten die Rächer eine Natter, die ihm unablässig ihr Gift aufs Antlitz träufelte. Zwar teilte Sigyn, Lokis Gattin, das schwere Los des Verdammten. Tag und Nacht saß sie neben dem Gefangenen und fing das Natterngift in einer Schale auf. Doch wenn die Schale voll war und das treue Weib sich erhob, um sie auszuleeren, wurde Loki von brennendem Schmerz gequält, dann wand er sich, daß ganz Midgard erschüttert wurde und die Erde erzitterte. Dieses Erzittern nennen die Menschen Erdbeben. In solchen grausigen Nächten heult der Fenriswolf, und die Midgardschlange regt sich in der Tiefe des Meeres, die Wogen rauschen wild empor, und Sturmfluten branden wider den Wall, mit dem die Götter Midgard gegen die See geschützt haben.

Die Konsensfabrik. Noam Chomsky und die Medien – Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Konsensfabrik._Noam_Chomsky_und_die_Medien

Der Film dokumentiert das Leben, die Arbeit und die Ansichten des US-amerikanischen Intellektuellen Noam Chomsky über eine Zeitspanne von fünfundzwanzig Jahren hinweg. Er kritisiert darin vor allem das Hegemoniestreben der USA, die Kontrolle der Massenmedien durch Großkonzerne, sowie andere Formen der Medienzensur.

Noam Chomsky: Die üble Geißel des Terrorismus, 02.04.2010 (Friedensratschlag)

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Terrorismus/chomsky5.html

m 23. März 2010, dem 110. Geburtstag des Psychoanalytikers Erich Fromm (1900-1980), wurde der Sprachwissenschaftler und politische Intellektuelle Noam Chomsky mit dem Erich-Fromm-Preis 2010 ausgezeichnet. Die Internationale Erich-Fromm-Gesellschaft würdigte damit Chomskys akademisches Lebenswerk, vor allem aber »sein von öffentlichen Meinungen unabhängiges Urteil«. Wir dokumentieren die schriftliche Fassung von Chomskys Rede. Redaktionelle Anmerkungen erscheinen in eckigen Klammern. Erstveröffentlichung: junge Welt.

Teil I: Verdrängte Verbrechen
Der Präsident hatte völlig Recht, als er die »üble Geißel des Terrorismus« verurteilte. Ich zitiere hier Ronald Reagan, der bei seiner Amtsübernahme 1981 erklärte, im Mittelpunkt seiner Außenpolitik werde der staatlich gelenkte internationale Terrorismus stehen, »die Plage der Neuzeit« und »die Rückkehr zur Barbarei in unserer Zeit«, um nur einige Begrifflichkeiten zu nennen, wie sie unter seiner Regierung propagiert wurden.

Als George W. Bush zwanzig Jahre später den »Krieg gegen den Terror« erklärte, war das eigentlich nur eine Erneuerung dieser Kriegserklärung, eine wichtige Tatsache, die es wert ist, aus dem Orwellschen Erinnerungsloch hervorgeholt zu werden, wenn wir das Wesen der üblen Geißel des Terrorismus verstehen wollen; oder noch wichtiger, wenn wir uns selbst verstehen wollen. Wir brauchen nicht das berühmte Orakel von Delphi, um zu erkennen, daß es keine wichtigere Aufgabe gibt als die Selbsterkenntnis. Gestatten Sie mir die persönliche Bemerkung am Rande, daß mir diese bedeutende Notwendigkeit schon vor fast siebzig Jahren bei meiner ersten Begegnung mit dem Werk Erich Fromms mit Nachdruck nahegebracht wurde, und zwar durch seinen klassischen Essay über die Furcht vor der Freiheit in der heutigen Zeit und die trostlosen Pfade, die das moderne freie Individuum geneigt ist zu beschreiten in seinem Bemühen, der Einsamkeit und Seelenqual zu entkommen, die einhergeht mit der neuentdeckten Freiheit. Aspekte, die leider heutzutage nur allzu relevant sind.

Beeindruckende Vorwände

Die Gründe, warum Reagans Krieg gegen den Terror im Archiv der unliebsamen Fakten abgelegt wurde, sind nachvollziehbar und sagen viel über uns selbst aus. Denn Reagans Krieg gegen den Terror schlug ja sofort in einen grausamen terroristischen Krieg um mit Hunderttausenden gefolterten und verstümmelten Leichen in den Ruinen Mittelamerikas, weiteren Zehntausenden im Nahen Osten und schätzungsweise 1,5 Millionen Menschen, die durch den Staatsterror in Südafrika umkamen, der unter Verletzung der vom US-Kongreß verhängten Auflagen nachdrücklich durch die Reagan-Regierung unterstützt wurde. Für jeden Akt dieses mörderischen Handelns gab es natürlich einen Vorwand. So ist das immer, wenn zur Gewalt gegriffen wird. Als Reagan im Nahen Osten 1982 Israels Einmarsch in Libanon maßgeblich unterstützte und 15000 bis 20000 Menschen getötet und weite Teile Südlibanons und Beiruts zerstört wurden, geschah das unter dem Vorwand, es gehe um die Selbstverteidigung gegen Raketenangriffe der PLO auf Galiläa. Ein dreistes Lügenmärchen, denn Israel gab kurz darauf zu, die Drohung seitens der PLO sei reine Diplomatie gewesen, die Israels illegale Übernahme der besetzten Gebiete hätte unterminieren können.

Auch in Afrika wurde die Unterstützung des marodierenden Apartheidstaates offiziell mit dem Krieg gegen den Terror gerechtfertigt. Angeblich bestand die Notwendigkeit, das weiße Südafrika vor einer der »schlimmsten Terrorgruppen« der Welt zu beschützen, nämlich Nelson Mandelas Afrikanischem Nationalkongreß, wie Washington 1988 befand. Die Vorwände in den anderen Fällen waren ähnlich beeindruckend.

Die Opfer des Reaganschen Terrors waren zumeist wehrlose Zivilisten, nur einmal war das Opfer ein Staat, nämlich Nicaragua, der sich auf juristischer Ebene wehren konnte. Nicaragua reichte Klage beim Internationalen Gerichtshof ein, der die Vereinigten Staaten wegen der »ungesetzlichen Anwendung von Gewalt« – laienhaft ausgedrückt: internationaler Terrorismus – verurteilte, weil sie Nicaragua von ihren Militärstützpunkten in Honduras aus angegriffen hatten. Die USA mußten ihre Angriffe einstellen und beträchtliche Reparationszahlungen leisten. Wobei vor allem das Nachspiel sehr aufschlußreich ist.

Die Antwort des US-Kongresses auf das Gerichtsurteil sah nämlich so aus, daß er die Hilfe für die von den USA geführte Söldnerarmee, die Nicaragua angriff, aufstockte. Gleichzeitig verurteilte die Presse den Internationalen Gerichtshof und bezeichnete ihn als »feindseliges Forum« und deshalb als irrelevant. Derselbe Gerichtshof war wenige Jahre zuvor noch als hochgradig relevant angesehen worden, als er zugunsten der USA gegen Iran entschied. Washington mißachtete [im Fall Nicaraguas] das Urteil des Gerichtshofs und befand sich damit in bester Gesellschaft mit Libyens Muammar Al-Gaddhafi und Albaniens Enver Hoxha. Im Unterschied zu den USA haben sich Libyen und Albanien aber seither in diesen Fragen dem Kreis der gesetzestreuen Staaten angeschlossen, weshalb die Vereinigten Staaten jetzt international völlig isoliert dastehen. Nicaragua brachte seine Sache dann vor den UN-Sicherheitsrat, der zwei Resolutionen verabschiedete, mit denen er an alle Staaten appellierte, das Völkerrecht zu achten. Unterstützt von Großbritannien und Frankreich, die sich ihrer Stimme enthielten, legten die USA ihr Veto ein. Dies alles geschah praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit und wurde aus dem Geschichtsbewußtsein gelöscht.

In Vergessenheit geraten – oder besser gesagt, nie zur Kenntnis genommen – ist die Tatsache, daß sich das »feindselige Forum« förmlich dafür zerrissen hat, sich Washington gegenüber als gefällig zu erweisen. Der Internationale Gerichtshof wies fast alle Anträge Nicaraguas, die von einem angesehenen Professor für Völkerrecht von der Harvard University präsentiert wurden, mit der Begründung zurück, daß die USA, als sie 1946 die Zuständigkeit des Internationalen Gerichtshofs akzeptierten, einen Vorbehalt hinzufügten, durch den sie selbst von Anklagen auszunehmen seien, die auf internationalen Verträgen basierten. Im besonderen bezog sich das auf die Chartas der Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten. Folglich räumten die USA sich selbst das Recht ein, Aggressionen und andere Verbrechen zu begehen, die weitaus schwerwiegender sind als Akte des internationalen Terrorismus. Richtigerweise würdigte der Gerichtshof diese Ausnahmeregelung, die einen Aspekt weitergehender Fragen von Souveränität und globaler Weltvorherrschaft berühren, die ich hier beiseite lasse.

Das Beispiel Kuba

Solche Überlegungen sollten im Vordergrund stehen, wenn wir uns hier mit der üblen Geißel des Terrorismus auseinandersetzen. Wir sollten uns auch daran erinnern, daß die Reagan-Jahre, auch wenn sie in den Annalen des Terrorismus das Kapitel eines ungewöhnlichen Extremismus begründen, nicht das befremdliche Abweichen von der Norm darstellen. Wir finden das Gleiche auch am anderen Ende des politischen Spektrums, der Regierung unter John F. Kennedy. Am Beispiel Kuba wird das gut veranschaulicht. Ein seit langem bestehender und durch die heutige wissenschaftliche Forschung widerlegter Mythos besagt, die USA wären in Kuba 1898 einmarschiert, um die Befreiung der Insel von Spanien sicherzustellen. In Wirklichkeit zielte die Intervention darauf ab, Kubas unmittelbar bevorstehende Befreiung von Spanien zu verhindern und eine Kolonie der USA daraus zu machen. Kuba hat sich dann letztlich im Jahr 1959 selbst befreit und damit in Washington große Bestürzung ausgelöst. Die Eisenhower-Regierung faßte daraufhin innerhalb weniger Monate den geheimen Plan, die neue kubanische Regierung zu stürzen und initiierte dazu Bombenanschläge und Wirtschaftssanktionen. Ein hochrangiger Vertreter des US-Außenministeriums brachte das hinter diesen Plänen stehende grundlegende Denken zum Ausdruck: Castro sollte beseitigt werden durch eine »auf wirtschaftlicher Unzufriedenheit und Not basierende Verdrossenheit und Abkehr (der Bevölkerung), (weshalb) sofort jedes denkbare Mittel zur Schwächung des kubanischen Wirtschaftslebens eingesetzt werden sollte, (um) Hunger und Verzweiflung zu erzeugen und die Regierung zu stürzen.«

Die neu gewählte Kennedy-Regierung übernahm [1961] diese Programme und trieb sie weiter voran. Die Gründe werden in einem mittlerweile freigegebenen internen Geheimbericht ganz offen genannt. Gewaltaktionen und wirtschaftliche Strangulierung waren eine Reaktion auf den »erfolgreichen Widerstand« Kubas gegen die US-Politik in den vergangenen 150 Jahren.

Also lag es nicht an den Russen [1], sondern es war die Monroe-Doktrin, mit der Washington sich das Recht nahm, die Hemisphäre zu dominieren.

Die Besorgnis der Kennedy-Regierung ging weit über die Notwendigkeit hinaus, diesen erfolgreichen Widerstand zu bestrafen. Die Regierung fürchtete, das Beispiel Kuba könnte andere damit infizieren, »die Dinge in die eigene Hand zu nehmen«. Ein Denken, das große Anziehungskraft ausübte auf den ganzen Kontinent, weil »die Verteilung von Land und anderen Formen des nationalen Reichtums vor allem die besitzenden Klassen begünstigte, und die Armen und Unterprivilegierten, angeregt durch das Beispiel der kubanischen Revolution, nun nach Chancen für bessere Lebensbedingungen verlangten«. So lautete die Warnung, die Präsident Kennedy nach seiner Amtseinführung von seinem Berater für Lateinamerika, dem liberalen Historiker Arthur Schlesinger, erhielt. Die CIA bestätigte diese Analyse, indem sie anmerkte, daß »Castros Schatten auf ganz Lateinamerika fällt, weil die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Lateinamerika Opposition gegen die herrschenden Autoritäten erzeugen und die Agitation für radikale Veränderungen fördern«, für die Castros Kuba als Modell dienen könne.

Die laufenden Planungen für eine Invasion [Kubas] wurden bald in die Tat umgesetzt. Als sie in der Schweinebucht fehlschlug, griff die Kennedy-Regierung zum Mittel eines ausgedehnten terroristischen Krieges. Der Präsident übertrug die Verantwortung dafür seinem Bruder Robert Kennedy, dessen höchste Priorität lautete, Kuba mit »allen Schrecken dieser Welt« zu überziehen, wie sein Biograph Arthur Schlesinger es formulierte. Dieser terroristische Krieg war keine Nebensache. Er war auch ein Hauptfaktor dafür, daß die Welt 1962 an den Rand eines Atomkriegs geriet, und er wurde nach Beilegung der Raketenkrise unvermindert fortgeführt. Dieser vom Boden der USA ausgehende Terrorkrieg zog sich durch das gesamte vergangene Jahrhundert hin, auch wenn Washington in den letzten Jahren keine direkten Terrorakte mehr gegen Kuba unternahm, sondern nur noch die Basis dafür zur Verfügung stellte und bis heute als Rückzugsgebiet für einige der schlimmsten internationalen Terroristen dient, deren Verbrechensregister lang ist: Orlando Bosch, Luis Posada Carilles und zahlreiche andere, deren Namen auch im Westen bekannt wären, wenn man es mit dem Kampf gegen den Terrorismus wirklich ernst meinte. Wohlmeinende Kommentatoren vermeiden es in diesem Zusammenhang, an die Bush-Doktrin zu erinnern, die dieser anläßlich des Angriffs auf Afghanistan propagierte: Wer Terroristen Zuflucht bietet, mache sich genauso schuldig wie die Terroristen selbst und müsse entsprechend behandelt werden, also mit Bomben und Einmarsch rechnen.

Die Bombardierung Libyens

Vielleicht ist damit ausreichend illustriert, daß internationaler Staatsterrorismus im gesamten politischen Spektrum als probates Mittel der Politik gilt. Gleichwohl war Reagan der erste neuzeitliche Präsident, der so dreist war, zur »üblen Geißel des Terrorismus« zu greifen und das unter dem Deckmantel eines »Krieges gegen den Terror« zu verbergen.

Die Dreistigkeit des Reaganschen Terrors an sich war nicht weniger beeindruckend als sein Ausmaß. Ich will dazu nur ein Beispiel nennen, für das Ereignisse in Deutschland einen Vorwand lieferten. Im April 1986 bombardierte die US-Luftwaffe Libyen, wobei Dutzende Zivilisten ums Leben kamen. Ich möchte persönlich anmerken, daß ich am Tag der Bombardierung, etwa um halb sieben Uhr abends, aus Tripolis den Telefonanruf meines alten Freundes Charles Glass erhielt, der als Nahost-Korrespondent für den Fernsehsender ABC arbeitet. Er riet mir, die 19-Uhr-Nachrichten anzuschauen. 1986 liefen bei allen Fernsehsendern die Hauptnachrichten um 19 Uhr. Genau um 19 Uhr machten die Nachrichtensprecher ihre Schaltungen nach Libyen und zeigten live die Bombardierung von Tripolis und Bengasi durch US-Maschinen. Es war das erste Mal in der Geschichte, daß eine Bombardierung für die Hauptsendezeit des Fernsehens inszeniert wurde, was logistisch gar nicht so einfach zu lösen war. Die Kampfbomber bekamen damals keine Überfluggenehmigung für Frankreich und mußten einen weiten Umweg über den Atlantik fliegen, um rechtzeitig zum Beginn der Abendnachrichten vor Ort zu sein. Nach den aufregenden Szenen mit den brennenden Städten in Libyen schalteten die Sender zu ihren Studios nach Washington, wo dann sachlich darüber berichtet wurde, gemäß der neu entwickelten Doktrin der »Selbstverteidigung gegen künftige Angriffe« verteidigten die USA sich nur gegen Libyens Terror. Regierungssprecher informierten das Land darüber, es lägen gewisse Erkenntnisse vor, daß Libyen ein paar Tage zuvor einen Bombenanschlag auf eine Diskothek in Berlin ausgeführt hätte, wobei ein US-Soldat ums Leben gekommen war. Die vorgebliche hohe Gewißheit sank kurze Zeit später auf Null, wie man schließlich einräumte, nachdem die Falschinformation ihren Zweck erfüllt hatte. Kaum jemand schien sich zu fragen, ob der Anschlag auf die Diskothek den mörderischen Angriff auf libysche Zivilisten überhaupt rechtfertigte.

Geschicktes Timing

Die Medien gingen auf die merkwürdige zeitliche Abstimmung des US-Luftangriffs nicht näher ein. Die Kommentatoren waren vielmehr von der Solidität der – in Wirklichkeit nicht vorliegenden – Beweise und Washingtons Achtung vor dem Gesetz begeistert. In einer typischen Reaktion erklärten die Redakteure der New York Times, daß »selbst der äußerst gewissenhafte Bürger den amerikanischen Angriffen auf Libyen nur zustimmen und applaudieren kann. … (D)ie Vereinigten Staaten haben (Gaddhafi) mit Sorgfalt, unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit und gerecht bestraft«, die Beweise für die Verantwortung Libyens für den Bombenanschlag auf die Diskothek seien »vor den Augen der Öffentlichkeit klar dargelegt« worden, und »dann ging es vor die Jury, die europäischen Regierungen, zu denen die Vereinigten Staaten Emissäre bemühten, um ihnen die Beweise vorzulegen und sie um eine konzertierte Aktion gegen den libyschen Staatsführer zu ersuchen.« Völlig außer acht gelassen wurde dabei, daß überhaupt keine glaubwürdigen Beweise vorgelegt wurden und daß die »Jury« in Wahrheit sehr skeptisch reagierte, vor allem die Regierung in Deutschland, wo man trotz intensiver Ermittlungen keinerlei Hinweise auf die Täter gefunden hatte. Da war es auch nicht mehr relevant, daß die »Jury« die USA aufgefordert hatte, jedwede Aktion zu unterlassen.

Die Bombardierung Libyens war geschickt abgestimmt auf die anstehende Abstimmung des Kongresses über die Hilfe für die von den USA gegen Nicaragua ins Feld geführten Terrorkräfte. Um sicherzustellen, daß das Timing seinen Zweck erfüllte, stellte Reagan ausdrücklich den Zusammenhang her. Einen Tag nach der Bombardierung erklärte er in einer Rede: »Ich darf das Haus (Repräsentantenhaus), vor der für diese Woche anstehenden Abstimmung daran erinnern, daß dieser Erzterrorist (Gaddhafi) 400 Millionen US-Dollar und ein Waffenarsenal sowie Berater nach Nicaragua geschickt hat, um seinen Krieg in die Vereinigten Staaten zu tragen. Er hat damit geprahlt, er helfe den Nicaraguanern, weil sie auf heimischem Boden gegen Amerika kämpften.« Nämlich Amerikas heimischen Boden in Nicaragua. Der Gedanke, daß der »verrückte Hund« seinen Krieg zu uns trägt, indem er ein Land, das wir mit einer von der CIA geführten Terrorarmee, die auf dem Gebiet des von uns abhängigen Honduras stationiert ist, mit Waffen versorgt, hatte seinen besonderen Reiz, der nicht unbeachtet blieb. Wie die landesweite Presse erklärte, sollte die Bombardierung Libyens »Reagan im Umgang mit dem Kongreß in Fragen wie dem Militärhaushalt und der Hilfe für die ›Contras‹ in Nicaragua stärken«.

Dies war jetzt nur ein kurzer Einblick in Reagans Beiträge zum internationalen Terrorismus. Der am längsten andauernde war sein begeisterter Aufbau der Dschihad-Bewegung in Afghanistan. Die Gründe dafür erläuterte der Stationschef der CIA in Islamabad, der das Projekt persönlich leitete. Nach seinen Worten ging es darum, »sowjetische Soldaten zu töten«, ein »edles Ziel«, das er genauso »liebe« wie sein Chef in Washington. Der Agentenführer betonte auch, es gehe »nicht um die Befreiung Afghanistans« – und nach Meinung von Fachleuten hat [die Politik der USA] wahrscheinlich sogar den Rückzug der Sowjetunion noch hinausgezögert. Mit seinem zielsicheren Instinkt zur Begünstigung der gewalttätigsten Verbrecher wählte Reagan als Empfänger großzügiger Hilfsleistungen Gulbuddin Hekmatyar aus, der bekannt dafür war, jungen Frauen in Kabul Säure ins Gesicht zu schütten, und jetzt einer der Anführer der Aufständischen in Afghanistan ist, wenngleich er sich vielleicht schon bald den anderen Warlords der vom Westen gestützten Regierung anschließen mag, wie aktuellen Berichten zu entnehmen ist. Reagan ließ auch Zia ul-Haq, dem schlimmsten unter Pakistans Diktatoren, großzügige Unterstützung zukommen, indem er ihm bei der Entwicklung seines Atomwaffenprogramms und der Durchführung seines von Saudi-Arabien finanzierten Projekts der radikalen Islamisierung Pakistans half. Es ist leicht nachvollziehbar, welche Bürde das für diese geschundenen Länder und die Welt bedeutet.

Krieg gegen die Kirche

Außer gegen Kuba richtete sich die Plage des Staatsterrorismus in der westlichen Hemisphäre 1964 auch gegen Brasilien, das durch einen Staatsstreich in einen der ersten in einer ganzen Reihe von neofaschistischen Nationalen Sicherheitsstaaten verwandelt und eine bis dahin in dieser Hemisphäre nicht gekannte Plage der Repression entfesselt wurde. Dahinter stand immer Washington, weshalb sich dort eine besonders gewalttätige Form des staatlich gelenkten internationalen Terrorismus entwickelte. Die Kampagne [in Brasilien] war in hohem Maße ein Krieg gegen die Kirche. Es war mehr als nur symbolhaft, daß sie im November 1989, nur wenige Tage nach dem Fall der Berliner Mauer, ihren Höhepunkt fand in der Ermordung von sechs führenden lateinamerikanischen Intellektuellen. Diese sechs Jesuitenpriester wurden durch ein salvadorianisches Elitebataillon ermordet, das gerade frisch von einem Lehrgang an der John F. Kennedy Special Forces School in North Carolina kam. Wie erst im letzten November bekannt wurde – offensichtlich ohne auf ein sonderliches Interesse zu stoßen –, war der Mordbefehl durch den Armeechef und seinen Stab unterzeichnet worden, die alle so eng mit dem Pentagon und der US-Botschaft verbunden waren, daß es kaum vorstellbar ist, daß Washington nichts von den Plänen dieses Musterbataillons gewußt haben soll. Diese Eliteeinheit hatte bereits eine Blutspur hinterlassen mit den in diesem fürchterlichen Jahrzehnt der 1980er Jahre in El Salvador üblichen Opfern. Das erste war Erzbischof Romero, die »Stimme der Unterdrückten«, dessen Mörder aus eben diesen Kreisen kamen.

Die Ermordung der Jesuitenpriester war ein vernichtender Schlag gegen die Befreiungstheologie, jene bemerkenswerte Wiederbelebung des Christentums, initiiert von Johannes XXIII. auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil, das er 1962 eröffnet hatte. Eine Veranstaltung, mit der eigentlich »eine neue Ära in der Geschichte der katholischen Kirche eingeleitet« werden sollte, wie es der herausragende Theologe und Historiker Hans Küng damals ausdrückte. Inspiriert durch das Zweite Vatikanische Konzil, nahmen die lateinamerikanischen Bischöfe die »Option für die Armen« an und erneuerten den radikalen Pazifismus des Evangeliums, der praktisch gegenstandslos geworden war, seit Kaiser Konstantin der Große das Christentum zur offiziellen Religion des Römischen Reiches gemacht hatte. »Eine Revolution«, so Küng, die aus der »verfolgten Kirche« eine »verfolgende Kirche« machte. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde versucht, die Lehre des Christentums aus der Zeit vor Konstantin dem Großen neuzubeleben. Priester, Nonnen und Laien trugen die Botschaft des Evangeliums zu den Armen und Verfolgten [Lateinamerikas], schlossen sie in »Basisgemeinden« zusammen und ermutigten sie, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und gemeinsam das Elend des Überlebenskampfs im brutalen Herrschaftsbereich der USA zu überwinden.

Die Reaktion auf diese schwere Ketzerei folgte schon bald. Die erste Salve war der noch zu John F. Kennedys Lebzeiten geplante und 1964 durchgeführte Militärputsch in Brasilien, mit dem eine leicht sozialdemokratisch angehauchte Regierung gestürzt und ein mit Folter und Gewalt herrschendes Regime errichtet wurde. Die Kampagne endete mit der Ermordung der jesuitischen Intellektuellen vor 20 Jahren. Es ist viel darüber diskutiert worden, wer den Anstoß zum Fall der Berliner Mauer für sich reklamieren kann, aber es wird kein Wort darüber verloren, wer die Verantwortung trägt für die brutale Zerschlagung des Versuchs, die Kirche des Evangeliums wiederzubeleben. Washingtons School of the Americas, berüchtigt wegen ihrer Ausbildung lateinamerikanischer Mordkommandos, warb voller Stolz damit, daß die Befreiungstheologie »mit Unterstützung der US-Armee besiegt wurde« – sicher nicht ohne Unterstützung des Vatikan, der dazu die sanfteren Mittel des Kirchenausschlusses und der Unterdrückung abweichender Lehre einsetzte.

Sie werden sich erinnern, daß im letzten November der 20. Jahrestag der Befreiung Osteuropas von der russischen Tyrannei gefeiert wurde, ein Sieg der Kräfte »der Liebe, Toleranz, Gewaltlosigkeit, des menschlichen Geistes und der Vergebung«, wie es Václav Havel erklärte. Weniger Aufmerksamkeit – besser gesagt: null Aufmerksamkeit – erfuhr jedoch die brutale Ermordung seiner salvadorianischen Zeitgenossen ein paar Tage nach dem Fall der Berliner Mauer. Und ich bezweifle, daß man auch nur eine Anspielung finden würde auf das, was diese brutale Ermordung bedeutete: Das Ende eines Jahrzehnts grausamsten Terrors in Mittelamerika und den endgültigen Triumph der »Rückkehr zur Barbarei in unserer Zeit«, begonnen mit dem Putsch in Brasilien 1964, bei dem viele religiöse Märtyrer auf der Strecke blieben, und mit dem die aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil hervorgehende Irrlehre beendet wurde. Nicht gerade das, was man sich unter einer Ära »der Liebe, Toleranz, Gewaltlosigkeit, des menschlichen Geistes und der Vergebung« vorstellt.

Warten wir ab, wie viel Aufmerksamkeit morgen dem 30. Jahrestag der »Stimme der Unterdrückten« zuteil wird, der ermordet wurde, während er eine Messe las, und nur wenige Tage nachdem er Präsident Carter einen Brief geschrieben hatte, in dem er ihn flehentlich – und leider vergeblich – bat, die Hilfe für die Militärjunta einzustellen, »die nur weiß, wie man das Volk unterdrückt und wie man die Interessen der salvadorianischen Oligarchie schützt«. Romero warnte davor, die Junta werde die Hilfe dazu nutzen, »die Volksorganisationen zu zerschlagen, mit denen das Volk seine fundamentalen Menschenrechte verteidigt«. Aber genau das trat ein. Und für uns wird es sehr lehrreich sein, wenn wir sehen, wie der morgige Jahrestag begangen wird.

Teil II: Dreischritt aus der Gewalt
Der Gegensatz zwischen den Feierlichkeiten im letzten November anläßlich des Sturzes der Tyrannei des Feindes [2] und dem Stillschweigen über die Höhepunkte scheußlicher Grausamkeiten in unserem eigenen Bereich ist so kraß, daß man sich schon sehr anstrengen muß, ihn zu übersehen. Das wirft kein gutes Licht auf unsere moralische und geistige Kultur.

Das Gleiche trifft zu auf die retrospektiven Einschätzungen der Ära von [US-Präsident Ronald] Reagan. Die Mythologie von dem, was damals erreicht wurde, können wir beiseite lassen, auch wenn sie Kim Il-Sung sicher beeindruckt hätte. Was Reagan vollbrachte, hat sich praktisch in Nichts aufgelöst. Präsident Barack Obama würdigt ihn dennoch als »transformative Persönlichkeit«. Am namhaften Hoover Institute der Stanford University bezieht man sich auf Reagan als Riesen, der »das Land zu durchschreiten scheint, und der auf uns herabschaut wie ein warmherziger und freundlicher Geist«. Wenn wir die Hauptstadt Washington per Flugzeug erreichen, landen wir entweder auf dem Reagan International Airport oder, wenn uns das lieber ist, auf dem John Foster Dulles International Airport, womit ein weiterer prominenter Terroristenbefehlshaber geehrt wird, zu dessen Ruhmestaten es gehört, die demokratisch gewählten Regierungen in Iran und Guatemala gestürzt und anschließend den Terror- und Folterstaat des Schah von Persien und einige der schlimmsten Terrorstaaten Mittelamerikas errichtet zu haben. Die terroristischen Heldentaten von Washingtons guatemaltekischen Klienten erreichten in den 1980er Jahren im Hochland Guatemalas Ausmaße eines Völkermordes, während Reagan Ríos Montt, den schlimmsten Killer des Landes, als »einen Mann von großer persönlicher Integrität« pries, der sich »völlig der Demokratie gewidmet« habe, aber von Menschenrechtsorganisationen »mit falschen Anschuldigungen unfair behandelt« werde.

Ich habe über den internationalen Terrorismus geschrieben, seit Reagan 1981 den »Krieg gegen den Terror« erklärte. Dabei habe ich mich an die offiziellen Definitionen von »Terrorismus« gehalten, wie sie übereinstimmend in US-amerikanischen und britischen Gesetzen verankert und in Armeehandbüchern dargelegt sind. Nach einer knapp gehaltenen offiziellen Definition ist Terrorismus »der kalkulierte Einsatz von Gewalt oder die Drohung mit Gewalt, um Ziele zu erreichen, die politischer, religiöser oder ideologischer Natur sind (…) durch Einschüchterung, Zwang oder das Einflößen von Angst«. Alles, was ich bisher beschrieben habe, erfüllt diese Definition, aber noch einiges mehr fällt im technischen Sinne US-amerikanischer und britischer Gesetze in diese Kategorie des Terrorismus, nämlich der staatlich gelenkte internationale Terrorismus.

Genau aus diesem Grund sind die offiziellen Definitionen jedoch unbrauchbar. Sie machen den entscheidenden Unterschied nicht deutlich: Diese Definition des »Terrorismus« muß irgendwie so entworfen werden, daß zwar ihr Terrorismus gegen uns enthalten ist, unser Terrorismus gegen sie, der oftmals viel extremer ist, aber davon ausgeschlossen bleibt. Die Aufgabe, eine umfassendere Definition zu entwickeln, ist eine echte Herausforderung. Entsprechend hat es seit den 1980er Jahren viele wissenschaftliche Konferenzen, akademische Publikationen und internationale Symposien gegeben, die sich der Aufgabe widmeten, den Begriff »Terrorismus« zu definieren. Im öffentlichen Diskurs tritt dieses Problem nicht auf. Gebildete Kreise haben die offizielle Bedeutung des Begriffs »Terrorismus« verinnerlicht, welcher zur Rechtfertigung staatlichen Handelns und zur Kontrolle der einheimischen Bevölkerungen dient. Das Abweichen von dieser Maßgabe wird üblicherweise ignoriert; wird es jedoch bemerkt, löst man eindrucksvolle Wutausbrüche aus.

Putsch in Lateinamerika

Halten wir uns also einfach an die Konventionen und beschränken unsere Aufmerksamkeit auf den Terror, den sie gegen uns richten. Das ist nicht zum Lachen und erreicht manchmal ein extremes Niveau. Das wohl ungeheuerlichste Einzelverbrechen des internationalen Terrorismus der Neuzeit war die Zerstörung des World Trade Centers am 11. September [2001]. Heute nennt es jeder schlicht »9/11«. Fast 3000 Menschen kamen bei diesem »Verbrechen gegen die Menschlichkeit« um, ausgeführt mit »niederträchtiger Boshaftigkeit und unglaublicher Grausamkeit«, wie [der britische Nahost-Korrespondent] Robert Fisk schrieb. Man ist sich weithin einig, daß »9/11« die Welt verändert hat.

So fürchterlich das Verbrechen auch war, ist dennoch eine Steigerung vorstellbar. Nehmen wir einmal an, Al-Qaida wäre durch eine Supermacht unterstützt worden, die die Absicht hegte, die Regierung der Vereinigten Staaten zu stürzen. Nehmen wir an, der Angriff wäre erfolgreich gewesen, Al-Qaida hätte das Weiße Haus bombardiert, den Präsidenten getötet und eine brutale Militärdiktatur installiert, die 50000 bis 100000 Menschen umgebracht und 700000 brutal gefoltert hätte. Sodann hätte man in Washington eine Schaltzentrale des Terrors und der Subversion aufgebaut, um von dort aus Mordanschläge in aller Welt zu verüben und um dazu beizutragen, im Ausland »Nationale Sicherheitsstaaten« zu errichten, in denen nicht weniger hemmungslos gefoltert und gemordet würde. Nehmen wir weiter an, der Diktator hätte sich Wirtschaftsberater ins Land geholt, die innerhalb weniger Jahre die einheimische Wirtschaft in die schlimmste Katastrophe ihrer Geschichte getrieben hätten, während ihre stolzen Mentoren Nobelpreise und weitere Auszeichnungen einheimsten. Das alles wäre weitaus entsetzlicher gewesen als »9/11«.

Und wir alle sollten eigentlich wissen, daß wir uns dieses Szenario nicht ausdenken müssen, weil es in Wirklichkeit passiert ist: in Chile, an einem Tag, den die Lateinamerikaner mitunter »den ersten 9/11« nennen, weil es [der Militärputsch] am 11. September 1973 geschah. Ich habe in meiner Schilderung nur eine einzige Veränderung vorgenommen, indem ich die Bevölkerungszahlen [Chiles und der USA] in Relation zueinander gesetzt und die Opferzahlen hochgerechnet habe, um zu einem angemessenen Vergleich zu kommen. Der erste »9/11« hat jedoch die Geschichte aus guten Gründen nicht verändert. Die Ereignisse waren zu normal. Tatsächlich war die Errichtung des Pinochet-Regimes nur ein Ereignis im Rahmen der Plage, die 1964 mit dem Militärputsch in Brasilien begonnen hatte, sich dann mit ähnlichen oder noch schlimmeren Schrecken auf andere Länder ausbreitete und schließlich in den 1980er Jahren unter Reagan Mittelamerika erreichte. In Übereinstimmung mit seiner Grundhaltung zur staatlichen Gewalt stand für Reagan das Regime der argentinischen Generäle in Lateinamerika an erster Stelle. Die argentinische Militärjunta war unter allen Putschregimen mit Abstand das grausamste und befand sich im Einklang mit seiner Einstellung gegenüber staatlicher Gewalt.

Politisch motivierte Folter

Lassen wir all diese unangenehmen Realitäten einmal beiseite und wenden uns wieder der konventionellen Betrachtung im Rahmen der Doktrin der offiziellen Definition von »Terrorismus« zu. Stellen wir uns also vor, der Krieg gegen den Terror, wie ihn George W. Bush am 11. September 2001 erneut erklärt hat, sei tatsächlich darauf ausgerichtet gewesen, der Plage des internationalen Terrorismus ein Ende zu bereiten. Zur Erreichung dieses Zieles wären vernünftige Schritte möglich gewesen. Die mörderischen Anschläge von »9/11« wurden ja selbst aus den Reihen der Dschihad-Bewegung aufs schärfste verurteilt. Ein möglicher konstruktiver Schritt wäre gewesen, Al-Qaida zu isolieren und die Opposition gegen Al-Qaida zu einen bis hin zu jenen, die sich von diesem Projekt angezogen fühlten. Aber nichts dergleichen scheint je auch nur in Erwägung gezogen worden zu sein. Statt dessen trafen die Bush-Regierung und ihre Verbündeten Entscheidungen, die einen Einigungsprozeß der Dschihad-Bewegung zur Unterstützung [Osama] Bin Ladens und die Mobilisierung weiterer Kräfte für seine Sache noch begünstigten, indem sie seine Behauptung, der Westen befinde sich im Krieg mit dem Islam, bestätigten: durch den Einmarsch zuerst in Afghanistan, dann in Irak, durch Folter an und Verlegung von Gefangenen in ausländische Geheimgefängnisse und durch den generellen Einsatz von Gewalt zum Zwecke der Sicherung der Staatsmacht. Aus gutem Grund kommt Michael Scheuer, der seit Jahren die Aufgabe hatte, Bin Laden im Auftrag der CIA aufzuspüren, zu dem Schluß, daß »die Vereinigten Staaten von Amerika der einzig verbliebene unentbehrliche Verbündete von Bin Laden sind«.

Denselben Schluß zog US-Major Matthew Alexander, unter den Vernehmungsoffizieren vielleicht der am meisten respektierte, der einer Quelle die Informationen entlockte, durch die man Abu Mussab Al-Sarkawi, den Kopf der Al-Qaida in Irak, festsetzen konnte. Alexander hat nur Verachtung für brutale Vernehmungsmethoden übrig, wie sie die Bush-Regierung verlangte. Wie seine Vernehmungskollegen vom FBI, so glaubt auch er, daß die von [Verteidigungsminister Donald] Rumsfeld und [Vizepräsident Richard] Cheney bevorzugte Folter zu keinen nützlichen Informationen führt, im Gegensatz zu humaneren Vernehmungsmethoden, mit denen man sogar einige Zielpersonen erfolgreich umdrehen und sie zu verläßlichen Informanten und Kollaborateuren machen konnte. Alexander stellt Indonesien wegen der dort üblichen zivilisierten Vernehmungsmethoden heraus und drängt die USA dazu, dem Beispiel dieses Landes zu folgen. Die von Rumsfeld und Cheney bevorzugte Folter verhindert nicht nur nützliche Informationen, sie züchtet vielmehr neue Terroristen heran.

In Hunderten Verhören mußte Alexander feststellen, daß viele aus dem Ausland stammende Kämpfer in Reaktion auf die Mißhandlungen an Gefangenen in Abu Ghraib und Guantánamo nach Irak kamen und daß sie und ihre einheimischen Verbündeten aus den gleichen Gründen mit Selbstmordattentaten und anderen terroristischen Aktionen begannen. Alexander ist der Meinung, daß der Einsatz von Folter und Gewalt wahrscheinlich mehr US-Soldaten das Leben gekostet hat, als die terroristischen Anschläge des »9/11« insgesamt an Opfern forderten. Die signifikanteste Offenbarung in freigegebenen Folterprotokollen ist die, daß die Verhörenden unter »erbarmungslosem Druck« seitens Cheney und Rumsfeld standen, endlich zu härteren Methoden zu greifen, um Beweise zu finden für die phantastische Behauptung, Saddam Hussein kooperiere mit Al-Qaida.

Der »gute Krieg« in Afghanistan

Der Überfall auf Afghanistan im Oktober 2001 wird als »guter Krieg« bezeichnet, als gerechtfertigter Akt der Selbstverteidigung mit dem edlen Ziel, die Menschenrechte vor den bösen Taliban zu schützen. Mit diesem zum allgemeingültigen Anspruch erhobenen Argument gibt es allerdings einige Probleme. Zum einen war es zu Beginn nicht das erklärte Ziel, die Taliban zu beseitigen. Bush informierte vielmehr das Volk Afghanistans, das Bombardement werde solange fortgesetzt, bis die Taliban Bin Laden an die USA auslieferten, was sie vielleicht auch getan hätten, wenn die USA auf ihre Forderung eingegangen wären, irgendeinen Beweis seiner Mitverantwortung für »9/11« zu liefern. Diese Forderung wurde aus guten Gründen verächtlich zurückgewiesen. Wie der FBI-Chef acht Monate später einräumen mußte, hatten sie nach den aufwendigsten internationalen Ermittlungen der Geschichte immer noch keinerlei Beweise dafür. Und sie hatten ganz sicherlich auch im Oktober [2001] über keine derartigen Beweise verfügt. Sie hatten nichts in der Hand, das FBI »glaubte« lediglich, die Anschläge seien in Afghanistan ausgeheckt und dann in den Emiraten am Golf und in Deutschland umgesetzt worden.

Drei Wochen nach Beginn der Bombardierung [Afghanistans] verlagerten sich die Kriegsziele auf den Sturz des Taliban-Regimes. Der britische Admiral Michael Boyce verkündete, das Bombardement werde fortgesetzt, bis »die Bevölkerung des Landes (…) einen Wechsel der Führung erreicht hat« – ein Musterbeispiel aus dem Lehrbuch des internationalen Terrorismus.

Es stimmt auch nicht, daß es keine Einwände gegen den Angriff gegeben hätte. Die internationalen Hilfsorganisationen haben praktisch einstimmig und lautstark Einwände erhoben, weil mit dem Krieg all ihre so dringend benötigten Hilfsprogramme beendet waren. Damalige Schätzungen besagten, daß das Überleben von fünf Millionen Menschen von dieser Hilfe abhing und daß noch einmal 2,5 Millionen gefährdet waren zu verhungern, wenn die USA und England angreifen würden. Die Bombardierung war deshalb ein Beispiel absolut kriminellen Handelns, egal ob die befürchteten Folgen eintraten oder nicht.

Außerdem wurde das Bombardement von führenden Afghanen, die in Opposition waren gegen die Taliban, aufs heftigste verurteilt, unter ihnen auch der von den USA geschätzte Abdul Haq, den Präsident Hamid Karsai nach dem Krieg als Märtyrer pries. Unmittelbar bevor er nach Afghanistan kam und [von den Taliban] ergriffen und getötet wurde, hatte er das laufende Bombardement verurteilt und die USA kritisiert, weil sie es ablehnten, seine Bemühungen und die von anderen zu unterstützen, »eine Revolte innerhalb der Taliban anzuzetteln«. Das Bombardement sei »ein herber Rückschlag für diese Bemühungen«, sagte Abdul Haq, erläuterte seine Absichten näher und appellierte an die USA, ihnen finanziell und durch andere Arten der Unterstützung zu helfen, statt ihre Bemühungen mit Bomben zu zerschlagen. Die USA, so Haq, »versuchen, ihre Muskeln spielen zu lassen, einen Sieg zu erringen und die ganze Welt einzuschüchtern. Sie scheren sich nicht um das Leiden der Afghanen oder darum, wie viele Menschenleben wir dabei verlieren«.

Kurz darauf versammelten sich 1000 afghanische Anführer im pakistanischen Peshawar, wo ein Teil von ihnen im Exil lebte, andere kamen direkt aus Afghanistan. Aber alle waren sich darin einig, das Taliban-Regime stürzen zu wollen. Die Presse schrieb: »Es war eine der seltenen Manifestationen der Einheit unter den Stammesführern, Islamwissenschaftlern, Vertretern politischer Fraktionen und früheren Guerillakommandeuren.« Sie stimmten in vielen Fragen nicht überein, waren sich aber darin einig, »die USA zu ermahnen, die Luftangriffe einzustellen«, und an die internationalen Medien zu appellieren, ein Ende der »Bombardierung unschuldiger Menschen« zu fordern. Sie baten dringend darum, andere Mittel einzusetzen, um das verhaßte Taliban-Regime zu stürzen. Ein Ziel, das sie für erreichbar hielten, ohne daß es weitere Tote und Zerstörungen geben mußte. Die Bombardierungen wurden auch von der prominenten Frauenorganisation RAWA heftigst verurteilt, was aber erst später Beachtung fand, als es ideologisch dienlich schien, (kurzzeitig) Besorgnis über das Los der Frauen in Afghanistan zum Ausdruck zu bringen.

Kurz gesagt: Dieser unbestreitbar »gute Krieg« sieht schon gar nicht mehr so gut aus, wenn wir uns näher mit den unangenehmen Fakten auseinandersetzen.

Wurzeln des Terros bekämpfen

Es ist sicher nicht notwendig, jetzt länger auf den Einmarsch in Irak einzugehen. Weil man sich ausschließlich auf die Auswirkungen des Dschihad-Terrors konzentrierte, stand zu erwarten, daß die Invasion zu einem Anwachsen des Terrorismus führen würde. Genau das geschah auch, allerdings in einem Ausmaß, das alle Erwatungen übertraf. Nach den Analysen von Terrorismusexperten in den USA stieg der Terror um das Siebenfache an. Nun könnte man fragen, warum die Angriffe dann überhaupt unternommen wurden, aber es ist eigentlich ganz klar, daß der Kampf gegen die üble Geißel des Terrorismus dabei nicht die höchste Priorität hatte, wenn er überhaupt erwogen wurde.

Wäre es darum gegangen, dann hätte es Optionen gegeben, denen man hätte folgen können. Einige habe ich bereits erwähnt. Ganz allgemein hätten die Amerikaner und Engländer die angemessenen Verfahren einsetzen können, wie sie im Umgang mit Schwerstverbrechen üblich sind: Die Täter ermitteln, Verdächtige festnehmen (falls nötig, mit internationaler Unterstützung, die man leicht bekommen hätte) und ihnen dann einen fairen Prozeß machen. Außerdem sollte man den Wurzeln des Terrorismus mehr Aufmerksamkeit schenken. Das kann äußerst effektiv sein, wie die USA und England gerade in Nordirland erfahren konnten. Der Terror der IRA war eine sehr ernste Angelegenheit. Solange London mit Gewalt, Terror und Folter reagierte, war die britische Regierung selbst »der unentbehrliche Verbündete« der eher gewaltorientierten Elemente innerhalb der IRA, und der Terror eskalierte ständig weiter. Ende der 1990er Jahre fing London dann an, sich um die Mißstände zu kümmern, die die Wurzeln des Terrors waren, und sich der legitimen Anliegen anzunehmen – was völlig unabhängig vom Terror das richtige Handeln war. Innerhalb weniger Jahre gab es praktisch keinen Terror mehr. Ich war 1993 in Belfast. Es war ein Kriegsgebiet. Und ich war im vorigen Herbst wieder da. Man spürt Spannungen, aber sie haben jetzt einen Grad, der für einen Besucher kaum zu spüren ist. Man kann wichtige Lehren aus der Situation dort ziehen. Aber auch ohne diese Erfahrung sollten wir wissen, daß Gewalt neue Gewalt erzeugt. Sympathie und Verständnis für berechtigte Sorgen hingegen können die Leidenschaften beruhigen und Kooperation und Empathie erzeugen.

Wenn wir also ernsthaft die Plage des Terrorismus beenden wollen, dann wissen wir, wie das geht. Erstens müssen wir uns von unserer eigenen Täterrolle verabschieden. Schon das allein würde beträchtliche Auswirkungen haben. Zweitens müssen wir uns um die Ursachen kümmern, die typischerweise den Hintergrund von Konflikten bilden, und wenn die Anliegen legitim sind, müssen wir uns mit ihnen befassen. Drittens: Wenn sich ein Terrorakt ereignet, müssen wir ihn wie eine Straftat behandeln, die Verdächtigen ermitteln und festnehmen und sie einem ordentlichen Gerichtsverfahren überantworten. Das funktioniert tatsächlich. Im Gegensatz dazu erhöhen die heute eingesetzten Techniken die Terrorgefahr. Beweise gibt es dazu wirklich genug, und sie decken sich mit weiteren Erkenntnissen.

Es ist ja das nicht der einzige Fall, bei dem gute Ansätze, die eine ernsthafte Bedrohung verringern könnten, systematisch mißachtet werden und statt dessen untaugliche Herangehensweisen zur Anwendung kommen. Der »Krieg gegen die Drogen« könnte hier als weiteres Beispiel dienen. In über 40 Jahren ist es in diesem Krieg noch nicht einmal gelungen, den Drogenkonsum auch nur einzuschränken oder den Preis der Drogen im Straßenverkauf zu verringern. In zahlreichen Studien, sogar solchen, die die US-Regierung in Auftrag gegeben hat, wurde nachgewiesen, daß Prävention und Therapie die bei weitem kostengünstigsten Methoden sind. Aber dieser Ansatz wird in der Regierungspolitik beständig außer Acht gelassen und statt dessen lieber auf teure Gewaltmaßnahmen gesetzt, die keinerlei Einfluß haben auf den Drogenkonsum, aber beständig jede Menge andere Konsequenzen nach sich ziehen.

Fälle wie diese lassen nur einen einzigen vernünftigen Schluß zu, nämlich den, daß die erklärten Ziele nicht die wirklichen Ziele sind, und wenn wir über letztere etwas erfahren wollen, dann müssen wir einen auch auf der Ebene des Rechts üblichen Ansatz wählen: sich auf vorhersehbare Ereignisse als Beweis für die Absichten stützen. Ich glaube, daß dieser Ansatz zu sehr plausiblen Schlußfolgerungen führen kann sowohl für den »Krieg gegen Drogen«, für den »Krieg gegen den Terror« als auch für viele andere. Das wäre jedoch eine Aufgabe für einen anderen Tag.

(Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch: Jürgen Heiser)

Anmerkungen:

[1] Chomsky bezieht sich hier auf die kurzzeitige Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba im Jahr 1962

[2] Chomsky bezieht sich hier auf den Zusammenbruch der sozialistischen Staaten in Europa vor 20 Jahren

* Dieser Beitrag erschien in zwei Teilen in der “jungen Welt” vom 30. und 31. März 2010

Israel-Palästina – Interview mit Noam Chomsky und anderen — ZNet – a community committed to social change

http://zmag.de/artikel/Israel-Palaestina-Interview-mit-Noam-Chomsky-und-anderen

my Goodman:
Mit uns telefonisch verbunden ist Noam Chomsky, Professor für Linguistik und Philosophie am Massachusetts Institute of Technology, Autor Dutzender Bücher. Titel seines neuesten Buches: ‘Failed States: The Abuse of Power and the Assault on Democracy’. Auf seiner Beirut-Reise im Mai hatte sich Noam Chomsky unter anderem mit Hisbollahführer Sayyed Hassan Nasrallah getroffen. Chomsky ist uns jetzt am Telefon aus Massachusetts zugeschaltet. Willkommen bei Democracy Now!

Noam Chomsky:
Hi, Amy.

Amy Goodman:
Schön, dass Sie bei uns sind. Können Sie uns sagen, was da gerade abläuft – im Libanon und in Gaza?

Noam Chomsky:
Natürlich verfüge ich nicht über Insiderwissen – nur über das, was Ihnen und Ihren Hörern auch zugänglich ist. Fangen wir mit Gaza an, was hier vor sich geht, ist im Grunde nur das aktuelle Stadium der Vorgänge – sehr viel mehr geht vor. Das aktuelle Stadium hat mit der Wahl der Hamas, Ende Januar, eingesetzt. Gleich danach kündigten Israel und die Vereinigten Staaten eine Bestrafung des palästinensischen Volks an, weil es in einer freien Wahl falsch gewählt hatte. Die Strafe fällt hart aus.

Gleichzeitig geht noch etwas vor sich – zum einen in Gaza, dort aber eher verhohlen, extremer ist es in der Westbank, für die Olmert ein Annexionsprogramm angekündigt hat, euphemistisch “Konvergenz” genannt, bei uns wird es häufig als “Rückzug” bezeichnet, in Wirklichkeit aber handelt es sich um die Formalisierung eines Programms zur Annektierung wertvollen Westbanklandes und der meisten dortigen Ressourcen, inklusive Wasser. Der Rest soll kantonisiert und abgeriegelt werden, zumal Olmert ankündigt, Israel werde auch das Jordantal übernehmen. Diese Dinge gehen ohne extreme Gewalt vor sich, zumindest ist nicht viel davon die Rede.

In Gaza selbst begann die aktuelle Phase am 24. Juni. Damals ließ Israel zwei Zivilisten aus Gaza entführen. Es handelte sich um einen Arzt und dessen Bruder. Ihre Namen kennen wir nicht. Opfernahmen sind eine unbekannte Größe. Vermutlich wurden sie nach Israel gebracht, was aus ihnen wurde, weiß keiner. Am nächsten Tag passierte etwas, über das wir wissen, sehr viel wissen. Militante aus Gaza – vermutlich vom Islamischen Dschihad – entführten jenseits der Grenze den israelischen Soldaten Corporal Gilad Shalit. Darüber ist uns eine Menge bekannt – im Unterschied zu der ersten Entführung. Was folgt, waren eskalierende Angriffe der Israelis auf Gaza, ich brauche das nicht zu wiederholen, darüber wurde adäquat berichtet.

Die nächste Phase war die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die Hisbollah – auf der Grenze, so heißt es. Offizielle Begründung: Man wolle damit die Freilassung von Gefangenen erreichen. Es gibt so einige, wie viele es sind, weiß niemand. Offiziell hat Israel drei libanesische Gefangene. Angeblich werden aber mehrere hundert Personen vermisst. Wer weiß, wo sie sind?

Über den eigentlichen Grund sind sich die Analysten allgemein einig, denke ich… ich lese Ihnen das mal aus der Financial Times vor, sie liegt hier zufällig vor mir: “Timing und Ausmaß der Attacke (der Hisbollah) lassen vermuten, dass sie es zum Teil darauf abgesehen hatte, den Druck von den Palästinensern zu nehmen, indem sie Israel zwingen wollte, an zwei Fronten gleichzeitig zu kämpfen”. David Hirst, der sich mit der Region auskennt, hat es, ich glaube, es war heute morgen, so erklärt: Man wollte Solidarität mit einem leidenden Volk demonstrieren, das stecke als Impuls dahinter.

Es war – wirklich – ein äußerst verantwortungsloser Akt, der die Libanesen vielleicht oder sogar sicher, einem massiven Terror, womöglich einer extremen Katastrophe unterwirft. Ob es etwas bringt – hinsichtlich der eher sekundären Frage der Gefangenenfreilassung oder hinsichtlich der primären Frage der Solidarisierung (in irgendeiner Form) mit den Menschen in Gaza? Ich wünschte, dem wäre so, die Chancen stehen allerdings nicht sehr gut.

Juan Gonzalez:
Noam Chomsky, gestern konzentrierte sich unsere kommerzielle Presse sehr auf Iran bzw. Syrien: Hinter dem meisten, was derzeit im Libanon passiert – die sprunghaft zunehmenden Kampfhandlungen – steckten diese beiden Länder, hieß es. Wie denken Sie über Analysen, die die Widerstandsbewegung im Libanon kleinreden wollen und das Ganze darauf reduzieren, mit dem Finger wieder einmal auf Iran zu zeigen?

Noam Chomsky:
Nun, Tatsache ist, wir verfügen in dieser Sache über keinerlei Informationen. Und ich bezweifle sehr, dass jene Leute, die darüber schreiben, irgendwelche Informationen haben. Ehrlich gesagt bezweifle ich sogar, dass die US-Geheimdienste über sie verfügen. Natürlich wäre es plausibel. Ich meine, es ist nicht zu bezweifeln, dass es Connections – wahrscheinlich sogar starke – zwischen der Hisbollah und Syrien bzw. dem Iran gibt. Ob diese Beziehungen allerdings als Motiv für die jüngsten Aktionen eine Rolle spielen, ich denke, darüber wissen wir nicht das Geringste. Raten kann man, das steht völlig frei. Die Möglichkeit besteht natürlich, sogar die Wahrscheinlichkeit. Andererseits haben wir allen Grund zu glauben, dass die Hisbollah eigene Motive hat – vielleicht jene, auf die Hirst, die Financial Times und einige andere hinweisen. Auch das wäre plausibel, weitaus mehr sogar.

Amy Goodman:
Gestern gab es Berichte, die Hisbollah könnte versuchen, die gefangenen israelischen Soldaten in den Iran zu schaffen.

Juan Gonzalez:
Israel sagt, es gebe den konkreten Beweis, dass das passieren soll. Aus diesem Grund versuche man eine Seeblockade und habe den Flughafen (von Beirut) bombardiert.

Noam Chomsky:
Das behaupten sie, stimmt. Ich wiederhole, es gibt keinerlei Beweise. Behauptungen jenes Landes, das diese Militärangriffe durchführt, sind nicht sehr glaubwürdig. Falls sie wirklich Beweise haben, wäre es interessant, sie zu sehen. Könnte sein, aber selbst wenn, würde das auch nicht viel beweisen. Wo auch immer die Hisbollah ihre Gefangenen, die Soldaten, festhält, wenn die Hisbollah zu dem Schluss kommt, dass sie sie aufgrund der massiven israelischen Angriffe nicht im Libanon lassen kann, wird sie sie eben an einen anderen Ort bringen. Ich bin skeptisch, dass Syrien oder der Iran sie derzeit aufnehmen würden – selbst wenn man sie hinschaffen könnte -, aber wollen will sie (die Hisbollah) vielleicht schon.

Amy Goodman:
Noam Chomsky, an dieser Stelle eine kleine Pause. Wenn wir zurückkommen, geht es gleich um einen Kommentar des israelischen UN-Botschafters zum Thema Libanon. Mit uns am Telefon aus Jerusalem zugeschaltet ist Mouin Rabbani, Nahostexperte der International Crisis Group, außerdem Ron Suskind, Autor des Buchs ‘The One Percent Doctrine: Deep Inside America’s Pursuit of its Enemies Since 9/11’. Stay with us.

Unser Gast am Telefon ist Noam Chomsky (…) Ich möchte mit Ihnen über einen Kommentar des israelischen Botschafters bei den Vereinten Nationen reden, in dem Dan Gillerman die Handlungsweise Israels als gerechtfertigte Reaktion bezeichnet. Hier der Kommentar von Dan Gillerman:

Dan Gillerman:
Während wir hier sitzen – in diesen äußerst schwierigen Tagen – möchte ich Sie und meine Kollegen dringend bitten, sich folgende Frage zu stellen: Was würden Sie tun, wenn Ihr Land so angegriffen würde, wenn Ihre Nachbarn (über) die Grenze infiltrierten, um ihre Leute zu kidnappen? Wenn Hunderte Raketen auf ihre Städte und Dörfer abgefeuert werden? Würden Sie sich ruhig zurücklehnen und es hinnehmen, oder würden Sie nicht genau das tun, was Israel in dieser Minute tut?

Amy Goodman:
Soweit Dan Gillerman, der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen. Noam Chomsky, wie lautet Ihre Antwort?

Noam Chomsky:
Er meint wohl Libanon und nicht Gaza.

Amy Goodman:
Ja.

Noam Chomsky:
Nun, stimmt, Hunderte Raketen wurden abgefeuert, und das muss natürlich aufhören. Was er nicht erwähnt, zumindest nicht in diesem Kommentar, ist, dass diese Raketen erst nach den massiven israelischen Angriffen auf Libanon abgefeuert wurden. Diese Angriffe (auf Libanon) haben – laut neuesten Berichten – rund 60 Menschen getötet und jede Menge Infrastruktur zerstört. Und wie stets ging den Ereignissen etwas voraus. Jeder muss selbst entscheiden, was dieses auslösende Ereignis war. Meiner Meinung nach ist das auslösende Moment in diesem Fall – unter Zugrundelegung der von mir (oben) erwähnten Ereignisse – die konstante und intensive Repression, die vielen Entführungen, die vielen Gräuel in Gaza, die kontinuierliche Übernahme des Westjordanlands (die, wenn sie so weitergeht, auf die Ermordung einer Nation hinausläuft, auf das Ende Palästinas), dann am 24. Juni die Entführung der beiden palästinensischen Zivilisten aus Gaza und die Gegenreaktion in Form der Entführung von Corporal Shalit. Es macht von vorne herein einen Unterschied, ob man Zivilisten oder Soldaten entführt. Diesen Unterschied kennt selbst das internationale humanitäre Recht.

Amy Goodman:
Was für ein Unterschied? Können Sie uns das sagen?

Noam Chomsky:
In einem Konflikt – lassen wir echte Kriege und Militärkonflikte einmal beiseite -, sind Soldaten, die entführt werden, human zu behandeln. Allerdings handelt es sich bei deren Entführung um kein Verbrechen der Größenordnung: Man entführt Zivilisten und schafft sie über die Grenze ins eigene Land. Letzteres ist ein ernstzunehmendes Verbrechen. Aber über dieses Verbrechen wurde nicht berichtet. Denken Sie daran – ich meine, ich muss nicht daran erinnern, dass es in Gaza ständig zu Angriffen kommt, Gaza ist im Prinzip ein Gefängnis, ein großes Gefängnis, das konstant attackiert wird, in Form ökonomischer Strangulation, in Form von Militärangriffen, von Assasinationen usw. -, im Vergleich hierzu wiegt die Entführung eines Soldaten, wie immer man darüber denken mag, als Gräueltat nicht besonders schwer.

Juan Gonzalez:
Mit uns am Telefon verbunden ist jetzt Mouin Rabbani, ein erfahrener Nahost-Analyst der International Crisis Group und Redakteur und Autor des Middle East Report. Er ist mit uns aus Jerusalem verbunden. Willkommen bei Democrarcy Now!

Mouin Rabbani:
Hi.

Juan Gonzalez:
Was ist Ihre Sicht auf die aktuelle Eskalation des Konflikts und wie denken Sie über die Möglichkeit, dass Israel erneut in einem Libanonkrieg versinken könnte?

Mouin Rabbani:
Schwierige Frage. Ich konnte Professor Noam Chomskys Kommentare leider nicht hören, nur etwa jedes sechste Wort. Ich denke, Israel versucht im Prinzip, wenn Sie so wollen, die Spielregeln neu zu schreiben, seinen Gegnern neue Regeln aufzuzwingen. Im Grunde sagt Israel, Angriffe gegen israelische Streitkräfte usw., ganz gleich, welcher Art, werden wir nicht dulden. Ein solcher Angriff wird immer eine massive Reaktion zur Folge haben. Die gesamte zivile Infrastruktur des ganzen Landes oder Gebiets, von dem der Angriff ausging, ist in Gefahr. Nach allem, was wir bis jetzt sehen, erhält Israel von internationaler Seite stillschweigend bis explizit den Segen. Meiner Meinung nach erscheint es derzeit sehr realistisch, dass der Konflikt sich zunehmend zu einem regionalen ausweitet, vielleicht auch mit Syrien.

Amy Goodman:
Können Sie uns etwas über die (gescheiterte) UN-Resolution zu Gaza sagen. In der Abstimmung wurde der eingebrachte Entwurf abgeblockt: 10 zu 1 (USA). Vier Länder – Großbritannien, Dänemark, Peru und die Slowakei – enthielten sich.

Mouin Rabbani:
Nun, ich denke, es wäre verwunderlich gewesen, wenn die Resolution durchgegangen wäre. Ich denke, im letzten Jahrzehnt, vielleicht schon weit länger, sah die Realität so aus: Die Vereinten Nationen, als Organisation, waren unfähig, ihrer Verpflichtung und Verantwortung zur Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung des Friedens und der Sicherheit im Nahen Osten in irgendeiner Weise nachzukommen. Das liegt vor allem am Vetorecht der USA im UN-Sicherheitsrat. Mittlerweile sind wir schon an dem Punkt, wo selbst eine rhetorische Verurteilung der Handlungen Israels – für Aktionen, wie wir sie in Gaza die letzten Wochen über sahen -, also eine rein rhetorische Verurteilung ohne praktische Konsequenzen, weitgehend undenkbar ist. Auch hier liegt es in erster Linie am Vetorecht Amerikas im UN-Sicherheitsrat.

Amy Goodman:
Mouin, was passiert Ihrer Meinung nach gerade – in Gaza, im Libanon?

Mouin Rabbani:
Nun, ich denke, es wird wohl noch viel schlimmer kommen. Ich glaube, die Hisbollah im Libanon scheint eine eher eingeschränkte Zielsetzung zu verfolgen, sie will Israel zu einem Gefangenenaustausch zwingen, die israelische Agenda hingegen ist mehr genereller Natur. Israel will eine Entwaffnung der Hisbollah erzwingen – zumindest soll die Hisbollah mehrere Dutzend Kilometer hinter die israelisch-libanesische Grenze zurückgedrängt werden. Wissen Sie, die Perspektiven von Hisbollah und Israelis in dieser Sache sind völlig unvereinbar. Das heißt, der Konflikt wird wohl weiter eskalieren, bis es in irgendeiner Form zu Vermittlungen kommt.

Mit Gaza liegt die Sache anders. Die Hamas verfolgt dort eine gefächertere Agenda. Ein Gefangenenaustausch mit Israel, das ist nur eines ihrer Ziele, ich würde sogar sagen, ein sekundäres. Das wichtigste Ziel der Hamas, so meine Einschätzung, ist es, Israel zu einer, wechselseitigen, Einstellung der Feindseligkeiten zu zwingen, dann das Thema Israel-Palästina; meiner Ansicht nach ist es der Hamas aber noch wichtiger, ihr Recht zu regieren abzusichern. Zumindest beim Thema Israel-Palästina hat Hamas meiner Meinung nach eine glasklare Botschaft an seine Gegner gesandt, nicht nur an Israel sondern an alle – ob Israelis, Palästinenser oder Außenstehende – diese Botschaft ist ihr Hauptanliegen: Die Welt soll sich daran erinnern, dass demokratische Politik und politische Integration für Hamas ein Experiment sind, sie hat Alternativen, und lässt man sie ihr politisches Mandat nicht ausleben, wird sie, wenn es sein muss, nicht zögern, diese Alternativen auszuüben.

Amy Goodman:
Zum Schluss eine Frage an Noam Chomsky. Derzeit treten in St. Petersburg die Regierungschefs der führenden Industrienationen der Welt zum G8-Treffen zusammen. Welche Rolle werden die USA spielen?

Noam Chomsky:
Beim G8-Treffen?

Amy Goodman:
Nein. Welche Rolle? Die sind ja gerade erst zusammengekommen. Libanon, Gaza, Nahost, dieses Thema wird die Debatten sicherlich beherrschen. Wie wichtig sind dabei die USA?

Noam Chomsky:
Meiner Meinung nach wird es so ähnlich ablaufen wie mit der oben erwähnten UN-Resolution. Sie ist… tut mir leid, ich konnte Mouin Rabbanis Beitrag leider nicht verstehen. Die UN-Resolution – das Veto gegen diese UN-Resolution war Standard. Das läuft ja seit Jahrzehnten so ab. Praktisch haben es die USA alleine geschafft, die Chance auf eine diplomatische Lösung und eine Bestrafung der israelischen Verbrechen und Grausamkeiten abzublocken. Als Israel 1982 in den Libanon einmarschierte, legten die USA sofort ihr Veto gegen mehrere Resolutionen ein, mit denen zu einem Ende der Kampfhandlungen aufgerufen werden sollte usw.. Und das war eine schreckliche Invasion. Mit jeder US-Administration ging es so weiter. Daher gehe ich davon aus, dass es auch auf dem G8-Gipfel so weitergehen wird.

Die USA betrachten Israel quasi als ihren militärisch hochgerüsteten Ableger. Sie beschützen es vor Kritik, vor Aktionen, und sie unterstützen die israelische Expansion passiv, im Endeffekt auch offen, (sie unterstützen) seine Angriffe auf die Palästinenser und die progressive Übernahme des restlichen palästinensischen Gebiets, auch die Taten Israels. Denken Sie nur an den Kommentar Moshe Dayans Anfang der 70ger Jahre, als er die Verantwortung über die Besetzten Gebiete hatte. Er sagte zu seinen Kabinettskollegen, wir sollten den Palästinensern mitteilen, wir haben keine Lösung für euch, wie Hunde werdet ihr leben. Wer gehen will, soll gehen. Dann werden wir sehen, wohin das führt. Im Prinzip ist das die Politik. Und ich gehe davon aus, die USA werden diese Politik auch weiterhin in irgendeiner Form unterstützen.

Amy Goodman:
Noam Chomsky, danke, dass Sie bei uns waren. Sein neuestes Buch heißt (siehe oben). Mouin Rabbani, senior Nahost-Analyst der International Crisis Group, war uns aus Jerusalem zugeschaltet. Ihnen beiden ein Dankeschön.

Does Hell Exist

http://www.allaboutworldview.org/does-hell-exist.htm

hm some still wonderng. . . “Does Hell Exist” http://www.allaboutworldview.org/does-hell-exist.htm SOMEONE GO AND ASK IN #syria #lybia #somalia #papua #favelas #lampedusa

schrfsinnigeblogik

If Hell does exist, how can it be fair? Why would a loving God punish a person for eternity, when their sins only took place for 70-80 years? The answer is that all sin is ultimately against God, who is infinite (Psalm 51:4). So, since God is an eternal and infinite Being, all sin is worthy of an infinite punishment.

City of Ur

http://www.allaboutarchaeology.org/city-of-ur-faq.htm

Uuuuuuuralte gschicht 😉

Why was the discovery of the city of Ur such an important find? The city of Ur was important, not only because it produced many valuable artifacts of extreme antiquity (including an inscription bearing the name of Belshazzar, the king of Daniel chapter 5), but also because it is the birthplace of the patriarch Abraham. The city of Ur is mentioned four times by name in the Old Testament, three times in the book of Genesis and once in the book of Nehemiah

Hittite

http://www.allaboutarchaeology.org/hittite-faq.htm

How did the discovery of the lost Hittite civilization provide evidence in support of the biblical record? The Old Testament mentions the ancient Hittite civilization more than 50 times, either by their Hebrew name “Chitti” or by their designation as the sons and daughters Heth. However, prior to their rediscovery in the 19th century, there appeared to be no evidence for their existence outside of the Bible. Skeptics cited the missing evidence as evidence that the Bible actually fabricated their existence. This called the reliability of the biblical account into question. Basically the skeptics said, “We can’t find any evidence for the Hittite civilization outside of the Bible. This demonstrates that the Bible cannot be trusted as an historical source.”

Then, in the 19th and 20th centuries archaeologists hit the jackpot, not only identifying extrabiblical references to the Hittite civilization, but by actually finding and excavating the ancient Hittite capital city of Hattusa (modern day Boðazköy in northern Turkey). The rediscovery of this ancient civilization vindicated the Biblical record.

Evidence for the Hittites was bolstered in Egypt with the discovery of a treaty between Pharaoh Ramses II and the Hittite Empire. Originally written on silver tablets in Heliopolis and Hattusus, a huge copy was found on a wall of the great Karnak Temple. After years of fighting between the Hittites and the Egyptians, Ramses II and the Hittite king settled on a treaty whereby the territory of Syria and Canaan would be divided between them.

Archaeology – AllAboutArchaeology.org

http://www.allaboutarchaeology.org/

Many people think of archaeologists as Indiana Jones-like people — always venturing out on exciting journeys while searching for hidden treasures. Instead, archaeologists are those researchers who go directly to the source and analyze ancient cultures through artifacts, inscriptions, and other remains. As humans, we rely on archaeology as one of the main sources of uncovering history.