Fracking: EU-Kommissar Oettinger kritisiert Deutschlands Kurs – idealo.de

02.04.2013 | 16:56 Uhr | Gas-News

Die Debatten um das umstrittene Fracking reißen nicht ab. Während in den USA die Energiepreise dank Fracking gesunken sind, übt sich die deutsche Regierung in Zurückhaltung. Dieses Verhalten Deutschlands wird vom EU-Kommissar für Energie Günther Oettinger kritisiert. Er ist der Meinung, Deutschland könnte wichtige technologische Entwicklungen verpassen und fordert mehr Risikobereitschaft, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fracking: EU-Kommissar Oettinger kritisiert Deutschlands Kurs

Fracking-Gesetz könnte Investoren abschrecken

Das Risiko, das im Bezug auf die Wirtschaftlichkeit von Fracking eingegangen werden muss, scheint einigen Sachkundigen unverhältnismäßig hoch zu sein, angesichts der teilweise ungewissen Profite, die durch die unkonventionelle Gas-Förderung generiert werden. Viele Experten hierzulande fürchten zudem eine Grundwasserverunreinigung durch das Fracking, bei dem unter anderem durch Druck und Chemikalien tiefe Gesteinsschichten aufgebrochen werden, um so Erdgas an die Oberfläche zu befördern. Um Risiken zu minimieren, hat die Bundesregierung vor, strenge Regelungen für das Fracking festzulegen. Diese geplanten Richtlinien könnten Fracking-Befürworter zufolge allerdings vielen Energieunternehmen zu strikt sein, weshalb diese ihr Interesse an Deutschland als Investitionsstandort verlieren könnten. Oettinger kritisiert, dass Deutschlands Diskussionen über das Fracking-Thema „emotional geprägt“ sind und „praktisch zum Aus der Forschung“ führen.

Als Beispiele dafür, dass Fracking auch für Europa profitabel sein kann, führt der EU-Energie-Kommissar Polen, Großbritannien und die Ukraine an, die dem Fracking offener gegenüber stehen und die Bundesrepublik zukünftig beliefern könnten. Deutschland soll sich ein „eindeutiges Nein“ gegen Fracking gut überlegen, da sich eine Zurückstellung der Infrastruktur „im nächsten Jahrzehnt rächen“ würde, so Oettinger.

Umweltrisiken durch Fracking schwer absehbar

Bedenken von Umweltschützern, die sich klar gegen diese Art der Erdgas-Förderung aussprechen, könnten jedoch gerechtfertigt sein. So soll es in den USA immer wieder zu Zwischenfällen aufgrund von Sprengungen im Zusammenhang mit Fracking gekommen sein. Ein Großteil der Bevölkerung hierzulande dürfte mittlerweile Videos kennen, auf denen zu sehen ist, dass das Grundwasser in Gegenden, in denen gefrackt wird oder gefrackt wurde, entzündbar ist. Ob dieses Phänomen tatsächlich dem Fracking zuzuschreiben ist, darüber herrscht Uneinigkeit.

Mit ihrem Kurs, nichts zu überstürzen und Risiken klar abzuwägen, trifft die Regierung hierzulande aufgrund der bisher unklaren Folgen des Frackings vermutlich bei der Mehrheit der Bevölkerung auf Verständnis. Oettinger hingegen macht mit seiner Kritik deutlich, dass er gegen einen Kurs des Abwartens ist.

Bild: Activists protest fracking outside Gov. Cuomo’s office, New York von Adam Welz/CREDO.fracking, CC BY – bearbeitet von idealo.de

via Fracking: EU-Kommissar Oettinger kritisiert Deutschlands Kurs – idealo.de.

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