Archive for ORF

SOS Ö1: Sparprogramm ist “wie Redakteuren die Stimmbänder abzuschneiden” – Freie im ORF – derStandard.at › Etat

Ö1-Mitarbeiter warnen via Youtube vor Kürzung von Sprecherdiensten: Spare ORF weiter so, werde es heutiges Ö1 “bald nicht mehr geben können”

via SOS Ö1: Sparprogramm ist “wie Redakteuren die Stimmbänder abzuschneiden” – Freie im ORF – derStandard.at › Etat.

Träumen von #ZAPP – Journo-Blog – derStandard.at › Etat

Der Norddeutsche Rundfunk hat ein Medienmagazin – Wöchentlich 30 Minuten Fernsehen zu Medienthemen – schon wieder etwas, das wir nicht haben

via Träumen von #ZAPP – Journo-Blog – derStandard.at › Etat.

ORF TVthek: ZIB 24 – 05.12.2012 00:00 Uhr

Vergangene Woche hat Österreich eine Chartermaschine gebucht, um Flüchtlinge nach Russland abzuschieben: Ein Tschetschene, der in Vorarlberg von der Spezialeinheit Cobra aus dem Bett geholt wurde, eine Frau, die gerade einen Selbstmordversuch überlebt hatte, und ein Mann, der abgeschoben und bei der Landung sofort von den russischen Behörden verhaftet wurde. Und gerade diese Abschiebung könnte rechtswidrig sein.

watch via ORF TVthek: ZIB 24 – 05.12.2012 00:00 Uhr.

ORF_FM – Warum wir protestieren | #sbsmCamp

Im Rahmen der LiMAwien laden ORF_FM, die organisierten Freien im ORF zum «Gespräch über die Situation der Freien beim ORF und der freien Journalist_innen generell». Am Samstag, 6.10. um 15.30 im großen Hs III im NIG.

Seit nunmehr vier Jahren organisieren sich die Freien Mitarbeiter_innen des Österreichischen Rundfunks ORF, um sich über ihre prekäre Situation auszutauschen und darauf aufmerksam zu machen, dass die Honorierung in grobem Missverhältnis zu der von ihnen erbrachten Leistung und der Bedeutung ihrer Arbeit für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk steht. Befragungen der Kolleg_innen haben ergeben, dass die meisten Freien bei eigenverantwortlicher Arbeit zu jeder Tages- und Nachtzeit und egal, ob wochentags, feiertags oder am Wochenende geleistet, bei einer 40 bis 60 Stunden-Woche nur ein Jahresnettoeinkommen von 12.000 bis 14.000 Euro erreichen. Das ist weitab von dem, was angestellten Kolleg_innen laut Kollektivvertrag zusteht und weitab von dem, was ihrer Leistung entspricht.

Die Freien Mitarbeiter_innen des ORF sind aber nicht nur Menschen, die neben dem Studium oder anderen Einkommensquellen etwas dazuverdienen oder ein paar Mal im Jahr auch etwas für den ORF machen wollen. Viele von ihnen arbeiten Vollzeit und wirtschaftlich abhängig für den ORF und werden von den Redaktionen auch immer wieder mit Aufträgen betraut, weil ihre Arbeit gut ist und weil sie gebraucht werden – sogar immer dringender, weil dem ORF vorgeschrieben wurde, Personal abzubauen im Gegenzug zur Refundierung der Rundfunkgebührenbefreiung für Bezieher geringer Einkommen.

Trotz zahlreicher Gespräche mit Betriebsrat und Vertretern der Geschäftsführung sowie offenen Briefen, Interviews, Protestschreiben, Blog-Einträgen und Aktionen hat sich bis dato an dieser Situation nichts geändert.

Wie es um die Freien Mitarbeiter_innen des ORF steht, warum sie protestieren, was das mit anderen freien Journalist_innen zu tun hat, was das für den journalistischen Nachwuchs bedeutet und warum es wichtig ist, dass sich freie Journalist_innen gegen die Prekarisierung in der Medienbranche organisieren – dafür dient diese Präsentation und Diskussion.

Hintergrund:

Der offene Brief der Freien im ORF: Die Wahrheit ist dem ORF zumutbar
Artikel von ORF_FM in den Kulturrissen: Vom Protest zur Organisierung

Weitere Infos zur LiMAwien …

via ORF_FM – Warum wir protestieren | #sbsmCamp.

Facebook-Verbot: ORF-Beschwerde abgewiesen | Netzpolitik | futurezone.at: Technology-News

Facebook-Verbot: ORF-Beschwerde abgewiesen | Netzpolitik | futurezone.at: Technology-News.

ORF TVthek: Überwachung Total – Ist unsere Demokratie in Gefahr? <<Newton – 28.04.2012 18:25 Uhr

SENDUNG HIER ANSEHEN

Überwachung Total – Ist unsere Demokratie in Gefahr?

Seit 1. April 2012 werden in Österreich private Daten gesammelt: Mit wem Sie wann, wo und wie lange telefonieren ist genauso nachvollziehbar wie Empfänger, Ort und Uhrzeit Ihrer E-Mails. All das kann jederzeit und ohne richterliche Genehmigung ausgeforscht werden. Wenn Sie nun denken, das sei alles halb so schlimm, weil Sie ja nichts zu verbergen haben, dann kennen Sie die Geschichte von Michael Renner nicht, bei dem plötzlich die Cobra in der Wohnung stand – wegen einer Verwechslung während einer Internetüberwachung, wie sich später herausstellte. Auftraggeber der Aktion war das Bundesministerium für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

via ORF TVthek: Newton – 28.04.2012 18:25 Uhr.

Vorratsdaten: Bürger ziehen vor VfGH – help.ORF.at

Vorratsdaten: Bürger ziehen vor VfGH – help.ORF.at.

JUSLINE GmbH <<Facebook.com

1. BGBl. I Nr. 15/2012, Änderung des ORF-Gesetzes, Inkrafttreten überwiegend mit 28.3.2012
2. BGBl. I Nr. 16/2012 Änderung des Audiovisuelle Mediendienste-Gesetzes, Inkrafttreten überwiegend mit 28.3.2012
3. BGBl. I Nr. 17/

2012 Freiwilligengesetz – FreiwG sowie Änderug des Familienlastenausgleichsgesetzes, das ASVG, des GSVG, des BSVG, des Arbeitslosenversicherungsgesetzes usw., Inkrafttreten mit 1.6.2012
4. BGBl. I Nr. 18/2012 Änderung des Opferfürsorgegesetzes, Inkrafttreten mit 1.4.2012
5. BGBl. I Nr. 19/2012 Änderung des Urlaubsgesetzes und des Landarbeitsgesetzes 1984, Inkrafttreten mit 28.3.2012
6. BGBl. I Nr. 20/2012 Änderung des Bankwesengesetzes, Inkrafttreten mit 28.3.2012
7. BGBl. I Nr. 21/2012 Änderung des Marktordnungsgesetzes 2007 und des Marktordnungs-Überleitungsgesetzes, Inkrafttreten mit 28.3.2012

via JUSLINE GmbH.

Mein Leben mit der Aids-Krise. Oder: Wütend auf Lugner. ››schreuder.at

Das wird wieder so ein Blogpost, in dem ich persönlich werde. Um eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte eines schwulen Mannes, der 1969 geboren wurde und in den 80-er Jahren sein Coming-out hatte. Zur Zeit als Aids aufkam. Und diese Geschichte betrifft einen Großteil meiner Generation plusminus einige Jahre. Eigentlich betrifft es alle, die vor 1996 die schöne, bunte und die damals irgendwie auch als gefährlich verrufene Welt der Schwulenszene kennenlernte. Damals änderte sich diese dramatisch. Grund: Die Aids-Krise.

Der Anlass, warum ich das hier schreibe heißt übrigens Richard Lugner. Ich weiß, der wäre es eigentlich nicht wert einen Artikel zu schreiben, in dem er vorkommt. Aber eben: Ein Anlass ist er allemal. Im ORF sagte Lugner nämlich:

„Ein Veganer wird aus mir nicht, auch kein Homosexueller. Das sind so gewisse Dinge, wo ich sage: ‚Das überlasse ich anderen, diese Späße.‘ … Ich habe jetzt unlängst ein Buch gelesen, also ein Kapitel über Homosexualität, und da habe ich gelesen, wie gefährlich das ist und was da alles für Gefahren schlummern. Deswegen wird man eben Aids-krank“,

Lugner war oft am Life Ball, dem größten Aids-Charity-Event überhaupt. Und Life Ball-Macher Gery Keszler reagierte sofort und erklärte Lugner für unerwünscht. Er brauche den Life Ball nicht mehr besuchen, so Keszler. Das ist eine richtige Antwort auf die unsäglichen Äußerungen eines medial viel zu hochgepushten Pensionisten. Bleibt nur noch die Frage, wie man Life Ball-Besucher und -Besucherinnen sensibilisieren kann, die nur aufgrund der Events und des Gesehenwerdens dort sind. Nicht aus inhaltlichen Gründen.

Trotzdem bin ich wütend. Warum?

Wie oben geschrieben bin ich Jahrgang 1969. Das heißt, dass mein Coming-out zeitlich parallel geschah, als Aids auftauchte und Forscher feststellten, dass besonders in der Schwulenszene Menschen betroffen sind. Ich hörte zuerst nur in den Medien davon. Von “Schwulenkrebs” war damals die Rede. Und ich kurz vor dem Coming-out! Nicht gerade lustig, sowas. Und bei einer Veranstaltung, die mein damaliger Schuldirektor der Tourismusschule in Bad Ischl veranlasste (was ich bis heute außergewöhnlich und großartig fand), hörte ich von Übertragungswege und Kondomen, die helfen. Mein Coming-out war also gleichzeitig mit dem Erlernen von Safer Sex-Regeln. Erste Erfahrungen hatte ich bereits, aber noch nicht so wirklich den Durchbruch.

1988 kam ich dann nach Wien. Und kurz darauf besuchte ich die ersten Szenelokale. Ich hatte Angst. Aidsfolder hier, Aidsplakate da. Ich stellte anfangs zwei Sachen fest:

1. In der Schwulenszene muss ich verdammt aufpassen und immer mindestens 3 Kondome und 3 Gleitgel-Packs dabei haben.
2. Die Jungs halten aber ganz schön zusammen!

Und nach einem Jahr Lokale, Clubs, Parties, Freunde kennen lernen, Netzwerkaufbau usw. konnte ich noch etwas Drittes feststellen:

3. Die Freunde, die man gerade gewonnen hat, können jederzeit sterben.

Und das taten sie auch. “Wie die Fliegen”, wie wir damals oft bitter feststellten.

Als sehr junger Mann 1988 (19 Jahre alt) war ich einer der jüngeren Generation. Ich gehörte also zu denen, die bereits mit Safer Sex-Regeln in die Szene ankamen. Das unterschied mich und Gleichaltrige von der Generation, die einige wenige Jahre älter war. Die sich noch an die Zeit erinnern konnte, in der man nach Mykonos, San Francisco und Amsterdam fuhr, um auf wilde Parties teilzunehmen und eines nie dabei hatte: Ein Kondom. Wozu auch? Das war ja nur was für Heteros, damit die keine Kinder kriegen. Diese Generation hat es erheblich erwischt. Oder sie hatten einfach Glück.

Die Szene vor Aids stellte noch keine Forderungen nach Ehe oder Anerkennung ihrer Partnerschaften. Das war sogar ein ziemlich lächerlicher Gedanke! Wozu heterosexuelle Lebensmodelle kopieren? Man verstand sich vielmehr als Teil der sexuellen Revolution, die in den späten 1960-ern begann. Feminismus, Ablehnung von Ehe und konservativen Lebensmodelle! Das war der Geist, der die 70-er Jahre ziemlich prägte. Und dann kam Aids. Promiskuität galt plötzlich als gefährlich. Auch in der Schwulenszene wurden progressive und konservativere Konzepte neu hinterfragt. Die Forderung nach so genannten “Homo-Ehen” bzw. rechtliche Anerkennung von Partnerschaften begann. Die erste Partnerschaft wurde dann 1988 in Dänemark anerkannt. Zeitlich kein Zufall.

Hier spaltete sich auch die Lesben- und die Schwulenszene zu einem gewissen Grad. Zwar trugen viele Lesben die Forderungen, die unter dem Eindruck der Aids-Krise entstand, mit – immerhin waren und sind Lesben und Schwule gern und oft privat befreundet. Doch die aus der feministischen, anti-patriarchalen Ecke stammenden Frauen konnten staatlich anerkannten Lebenspartnerschaften eigentlich nicht viel abgewinnen, ist die Ehe doch ein von Männer für Männer erfundenes Instrument zur Unterdrückung der Frau. Ein Konflikt, der auch heute oft noch auftaucht, wenn auch mittlerweile mit etwas mehr Gelassenheit diskutiert wird.

Doch zurück zur Schwulenszene Ende der 80-er und zu Beginn der 90-er Jahre.

Ich arbeitete in Beisln und hatte Stammcafés. Ich lernte damals ungeheuer spannende Menschen kennen. Man ging ins Café Savoy, ins Café Willendorf, ins Nightshift oder ins Kaiserbründl. Man sah viele Menschen, kannte viele Menschen, und mit Einigen hatte man auch was… Und ein paar wurden enge Freunde. Bis heute. Und manchmal verschwand plötzlich ein Gesicht und man fragte sich: “Wo steckt er denn?” Man wusste nicht: Ausland? Baumgartner Höhe (Synonym für das auf HIV-Patienten spezialisierte Annenheim)? Neuer fixer Freund? Und man hörte Freunde sagen: “Mich hat’s erwischt.” Und dieser flüsterte einige Wochen später “Rate mal, wenn ich oben auf der Baumgartner Höhe noch getroffen habe! Erinnerst du dich noch? Der ist eh seit Monaten verschwunden!” Und man rannte zu vielen Beerdigungen. Sie starben. Als junger schwuler Mann war man früh mit dem Tod konfrontiert. So war das in dieser Zeit.

Aber noch etwas geschah in dieser Zeit: Die Schwulencommunity hatte ein Problem, und dieses Problem galt es zu lösen. Daher gründeten sich früh Aidshilfe-Gruppen, die Kondome verteilten. Überall waren Plakate zu sehen. Folder gab es an jeder Ecke und für jedes Spezialgebiet. Bis zu Safer S/M-Praktiken für schwule Lederkerle. Man hielt unglaublich zusammen, man redete darüber. Und man kümmerte sich um die Patienten, die “oben lagen”, also im Annenheim. Die Medien begannen sich dafür zu interessieren. Schwule wurden plötzlich Experten, vermittelten Safer Sex, machten vermehrt darauf aufmerksam, dass auch Heterosexuelle betroffen sind. Zahlen wurden publik, Frauen waren betroffen! Doch immer noch blieb Aids irgendwie die “Schwulenkrankheit”. Aber Schwule wurden mittlerweile breit wahrgenommen. Sie traten im TV auf. Sie wurden ernster genommen. Dänemark Anerkennung der Partnerschaften 1988, der Beginn des Life Balls 1993 und die erste Regenbogenparade 1996 zeugen von dieser Zeit.

Bis heute wird Aids aber trotzdem noch vorwiegend als ein Problem von homosexuellen Männern wahrgenommen, denn wie viele interpretieren den Life Ball immer noch als Schwulenevent? Dabei ist es längst bekannt, dass es mehrere Risikogruppen gibt (Ungeschützter Analverkehr ist etwa eines der möglichen Risikoverhalten, der aber auch unter Heterosexuellen praktiziert wird) und Sex nicht der einzige Übertragungsweg ist – wenn auch ein wesentlicher.

1996 änderte sich dann vieles. Es kamen die ersten Kombi-Therapien auf, die sich im Laufe der Jahre verbesserten. Bis heute. Nebenwirkungen – etwa ungleiche Fettverteilungen im Körper – wurden sichtbarer Bestandteil der Community, aber besserten sich auch im Laufe der Jahre. Aber es ging plötzlich nicht mehr um einen gewissen Tod, sondern um das Leben mit dem HI-Virus. Um die Integration ins Alltags- und Berufsleben. Die Aids-Prävention freilich wurde dadurch schwieriger. Es starben nicht mehr Freunde weg. Nicht mehr wie die Fliegen.

Ich lernte also zu Beginn meiner Erfahrungen in der Schwulenszene Menschen kennen, die andere befreundete Menschen verloren, Angst hatten, für einander da waren, es thematisierten und neue Lebenskonzepte und ein neues Selbstbewusstsein entwickelten . Und dann hört man Lugner im jahr 2012. Und man fühlt sich einige Jahrzehnte zurück geworfen. Das macht so wütend!

via schreuder.at – politikblog.

Bürgerbeteiligung und Bürgerinitiativen in Wien <<stadtbekannt.at

Der Club 2 vom letzten Mittwoch führt uns zu der Frage nach Bürgerbeteiligung und Bürgerinitiativen in Wien und damit verknüpft dem Wiedererstarken sozialer Bewegungen. Wir gehen der Frage nach, welche Bürgerinitiativen und Bewegungen Wien geprägt haben und was es mit der Agenda 21 und den Bürgerinitiativen auf sich hat.

Wer letzten Donnerstag Nacht den Club 2 gesehen hat, dem wird es vielleicht ähnlich ergangen sein wie mir. Zwischen Wut, Entrüstung und Fassungslosigkeit waren meinerseits alle Gefühlslagen dabei. Der Begriff des Fremdschämens fasst jedenfalls nicht dieses unterirdische TV-Erlebnis. Falsche Einladepolitik mag wohl eine Sache sein, Moderationskünste eine andere. Das Thema des Club 2 war ein viel diskutiertes dieser Tage: nämlich die Wutbürger. Unter dem Titel: „Bürger – Wohin mit der Wut?“ und damit verknüpft die Frage der Partizipation und Selbstermächtigung wurde viel heiße Luft verpufft. Am Ende der Sendung blieb der schale Geschmack von Weltverschwörungstheorien hängen, weshalb wir uns nun mit der Frage nach der Selbstermächtigung, Bürgerinitiativen und der Bürgerbeteiligung in Wien befassen. Das ganze Spektrum, das im Club 2 aufgemacht wurde, zu bearbeiten, würde den Rahmen an dieser Stelle nämlich sprengen. Den Club 2 vom 15.2.2012 kann man aktuell noch in der TVthek ansehen.

Das Wort zum Club 2

Einer der Gäste des Club 2 war Herta Wessely, die aus der Perspektive der Bürgerinitativen im Kontext der Aktion 21 berichten sollte. An diesem Abend diskutierten außerdem, der Liedermacher Konstantin Wecker, Maria Maltschnig – eine Vertreterin der „Sektion 8“ einer Sektion der SPÖ Alsergrund, der Journalist Thomas Chorherr und der Kaberettist Roland Düringer, der mit Klischees und Weltverschwörungstheorien unter dem Deckmantel der Provokation und offensichtlicher Uninformiertheit nur um sich warf.

Bürgerbeteiligung wozu?

Grosso modo äußerte Chorherr die Meinung, dass das Schweizer Beispiel der Minarette Debatte zeige, dass Bürgerbefragungen keine gute Ideen sein. Als weiteres Beispiel brachte er Bürgerbeteiligungsverfahren bei denen es um die Frage ging, ob es eine Umfahrung in einer Gemeinde geben solle oder ob die Straße durch die Gemeinde geht. Er meinte, dass sich zwei Bürgerinitiativen gebildet hätten: eine die für die Umfahrung gewesen sei und eine dagegen.
Dürringer nahm bei dieser Diskussion eine Sonderstellung ein was Informiertheit anbelangt und meinte, dass sich die Leute eh alle so leicht täuschen lassen und dass es um den größeren Zusammenhang gehe. Zusammengefasst wurde Kritk am Warenfetischismus und der Ohnmacht der BürgerInnen geübt und vom Primat des Finanzsystems und seine Macht über die Politik diskutiert. Weitgehend blieben die BürgerInnen als aktive Subjekte außen vor. Der Begriff der sozialen Bewegungen, der Bürgerbeteiligung und die Bedeutung der Bürgerinitiativen in Wien war dabei ein besonderes Stiefkind, das wir hier herauspicken möchten um ein wenig Klarheit darüber zu schaffen, was es in Wien damit so auf sich hat.

Wiedererstarken sozialer Bewegungen – Zwischen Hausbesetzung und urban Gardening

Das Wiedererstarken sozialer Bewegungen ist seit der Finanzkrise 2008 unverkennbar. Egal ob es dabei um die Occupy Wall Street Bewegung, den arabischen Frühling, die Uni-Brennt Bewegung oder aktuelle um die Anti-ACTA Bewegung geht.
Allerdings wird zivilgesellschaftliches Engagement, Empowerment (Selbstermächtigung) und die Aneignung von Stadträumen schon lange, wenn auch nicht immer medienwirksam, hochgehalten. Die Bandbreite reicht auch in Wien dabei von der Besetzung von Räumen, wie ehemals dem WUK, dem Amerlinghaus, dem EKH oder der Arena, um Räume für Kunst- und Kulturinitiativen oder politische Initiativen zu schaffen. Bis hin zu Tauschkreisen oder Kostnix Läden die damit alternative Wirtschaftsformen abseits des kapitalistischen Systems erproben und Solidarisierung selbst leben. Aber natürlich ist auch damit noch nicht das ganze Spektrum abgedeckt, denn es gibt natürlich auch noch viele andere Formen der Selbstermächtigung wie Guerilla Gardening, wo die StadtbewohnerInnen die Stadt begrünen, sein es Parks oder verwaiste Rasenflecken nebenstehend Fahrbahnen.

Wiener Bürgerinitiativen und die Agenda 21

Eine Form der Partizipation an Entscheidungsprozessen oder wenn es um die eigene Lebenswelt geht – nämlich die eigene Stadt – sind Bürgerinitiativen. Derer gibt es in Wien – allein – unter dem Deckmantel der Aktion 21 um die 80. Ihre Anliegen sind sehr unterschiedlich und reichen vom der Initiative Steinhof bis zur IBI (Internetinitiative) Verwaltungsreform-jetzt Anliegen österreichweit. Der Generalverdacht von Dürringer das die WienerInnen nur sudern und raunzen kann hier widerlegt werden, denn die BürgerInnen engagieren sich an konkreten Projekten für konkrete Ziele. Natürlich sind die Bürgerinitiativen die Teil der Agenda 21 sind nur ein Ausschnitt der Initiativen die es in Wien schon gegeben hat.

Was ist die Agenda 21?

Ein zentrales Instrument der Bürgerbeteiligung ist seit 1992 die Agenda 21. Diese wurde bei der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwickung in Rio de Janeiro 1992 verabschiedet. Darauf bezieht sich wiederum die Charta von Aalbourg, die in einer späteren Konferenz folgendes fest hält: “Wir Städte und Gemeinden verpflichten uns, den in der Agenda 21, dem auf dem UN-Erdgipfel in Rio de Janeiro verabschiedeten Schlüsseldokument, enthaltenen Auftrag zu erfüllen. (…) Wir werden dafür Sorge tragen, dass alle Bürger und Interessengruppen Zugang zu Informationen erhalten und es ihnen möglich ist, an den lokalen Entscheidungsprozessen mitzuwirken.”

Die Aktion 21 ist in Wien ein Verein zur Wahrung der Interessen der Bürger bei einschneidenden Änderungen in ihrem Umfeld. Das aktuelle Ziel der Aktion 21 ist es, wie Wessely im Club 2 berichtete, die rund 80 Bürgerinitiativen zusammenzubringen und ihre Anliegen und Interessen zu bündeln.

Was wird unter Bürgerbeiteilung in der Stadtplanung verstanden?

Gerade im Kontext der Stadtentwicklung ist Bürgerbeteiligung ein sehr dehnbarer und breiter Begriff. Er wird in unterschiedlicher Weise verwendet. Bei der aktuellen geplanten Seestadt Aspern beispielsweise wurde unter dem Begriff Bürgerbeteiligung „informieren“ verstanden. Im Falle der Wiener Steinhofgründe war diese gleichbedeutend mit – die BürgerInnen vor vollendete Tatsachen stellen, da der Planungsprozess eigentlich schon abgeschlossen war. Die Bürgerinitiative Steinhof war aber ausschlaggebend dafür, dass der geplante Bau der GESIBA gestoppt wurde und nun darüber diskutiert wird, was mit dem Areal passieren soll, wie stadtbekannt schon berichtete. In anderen Fällen wie der Umgestaltung des Brunnenmarkts wurde ein partizipatives Beteiligungsverfahren durchgeführt bei dem sowohl Geschäftsleute, Marktstandbetreiber und Bürgerinnen am Planungsprozess aktiv beteiligt waren.

Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung

Gerade wenn es um die Um- oder Neugestaltung von Stadträumen geht oder die Planung von neuen Stadtgebieten ist es wichtig, dass nicht nur die Interessen der BürgerInnen gewährleistet sind, sonder sie auch die Möglichkeit haben ihr städtisches Umfeld mitzugestalten. Schließlich sind die BürgerInnen ja sogenannte „Lebensweltliche ExpertInnen“. Soll heissen wenn es etwa um die Umgestaltung des Brunnenmarktes geht wissen die Menschen die am Markt arbeiten und leben am besten was sie benötigen um ihren Lebens- und Arbeitsalltag zu erleichtern.

Legendäre Wiener Bürgerbewegungen

Stadtbekannt und die österreichische Politiklandschaft nachhaltig geprägt hat beispielsweise die Bürgerbewegung gegen Zwentendorf und, welche schlussendlich nicht nur dazu geführt hat das Österreich Atomkraftwerk frei blieb und Kreisky abdankte, sondern auch zur Spaltung der SPÖ und der Gründung der Grünen. Ein weiteres bekanntes Beispiel ist der Spittelberg. In den 80er Jahren hätte das Biedermeierviertel abgerissen werden sollen und stattdessen neue moderne Bauten errichtet werden. Dagegen formierte sich ein massiver Bürgerprotest, der in der Besetzung des Amerlinghauses mündete und damit endete, dass der Spittelberg erhalten blieb und zu einem kreativen Zentrum der Stadt wurde, auch darüber haben wir vor einiger Zeit im Zusammenhang mit der möglichen Schließung des Amerlinghauses berichtet.

Fazit

Auch wenn Herr und Frau Österreicher oftmals Ohnmacht attestiert wird, zeigt sich, dass gerade wenn es um ihre Lebenswelt geht zumindest ein Ausschnitt der Bevölkerung sich für die Durchsetzung ihrer Rechte einsetzt. Das kann Auswirkungen auf unterschiedlicher Ebenen haben, wie im Falle von Zwentendorf die Spaltung einer Partei und die eine Atomenergie freie Zone oder im Falle des Spittelbergs, den Erhalt von Kulturgut. Der Feststellung von Chorherr im Club 2, dass Bürger bei Fragen der Verkehrs- und Regionalplanung oft wiedersprüchliche Wünsche äußern, kann man an der Stelle nur mitgeben, dass RaumplanerInnen oftmals vor diesem Problem stehen, aber das eben Teil ihres harten Geschäfts ist, nämlich die Miteinbeziehung der unterschiedlichsten Bedürfnisse der Interessensgruppen. Fest steht jedenfalls das Beteiligung und Selbstermächtigung immer schon wichtig war und dieser Tage wieder wichtiger wird.

Cornelia Dlabaja

via http://www.stadtbekannt.at/de/wien/leben/b_rgerbeteiligung-in-wien-oder-das-wort-zum-club-2.html

Der österreichische Frühling «ellada.at

sRomy says:

bei aller freud über den ausgang des protests, es sei angemerkt, dass sich im grunde JEDER orf angestellte (direkt angestellte) mitarbeiter des orfs ob seiner weissen weste und grad-schiefen optik gedanken machen sollte

und was ein herr a. wolf, d. bornemann ect auf twitter und co ablassen, laestt (in mir) auch keine sympathie erwecken

der ORF war NOCH NIE unabhängig, und wäre er dies je, würden wohl nur mehr wenige der aktuellen “empörten” (is grad en vogue oder  ? ) noch dort beschäftigt sein

und eine derart miese hohes haus blabla moderatorin ala turnherr und kA wie die neue alte schnepfe heisst (*schnaaaaaarch) möcht ich gern sehen nach der angestrebten unabhängigkeit, … kann man dann wohl so in der gegend Bandion-Ortner-Lade suchen 

soviel dazu also, Nico weg Ja Ole Nice aber biiiiiite kommt nicht mit österreichischer frühling oder unabhängigkeit, das stinkt ja schon nach schwerem FAIL MAAAAAN!

Jan 20, Gerhard Rettenegger

Der österreichische Frühling

Die “Berliner Zeitung” nennt den Protest von mehr als 1300 ORF-Redakteurinnen und -Redakteuren gegen die Bestellung des ehemaligen Stiftungsrates Nikolaus Pelinka zum Büroleiter von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz “österreichischen Frühling”. In Anlehnung an den arabischen Frühling – das Synonym für den Sturz der Diktatoren in Tunesien, Algerien und Ägypten vor genau einem Jahr. Die Analogie ist fragwürdig, weil beim Protest der ORF Journalisten niemand verletzt oder getötet wurde. Andererseits ist sie auch wieder gerechtfertigt: Wie in den arabischen Ländern hat das Web 2.0 beim Widerstand der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im öffentlichen Rundfunk eine gewichtige Rolle gespielt.

Read the rest of this entry »

ORF: Die Schlacht um den Küniglberg «EurActiv.de

Nicht nur in Ungarn wird um die Unabhängigkeit von Medien gekämpft, auch in Österreich tobt die Auseinandersetzung um den öffentlich-rechtlichen Sender ORF, seine Struktur und Personalpolitik. Das könnte der Anstoß für eine europäische Debatte über die Rolle öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten werden.

Read the rest of this entry »

ORF: Niko Pelinka zieht seine Bewerbung zurück «DiePresse.com

19.01.2012 | 14:30 | (DiePresse.com)

Der frühere rote Stiftungsrat will das “unwürdige Theater” beenden. ORF-Chef Wrabetz verteidigt Pelinka, zieht aber auch weitere Besetzungen zurück. Der Redakteursrat hofft auf eine Änderung des ORF-Gesetzes.

Read the rest of this entry »

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 235 other followers

%d bloggers like this: