Die Olympischen Spiele 2016 (offiziell Spiele der XXXI. Olympiade genannt) finden zwischen dem 5. und 21. August 2016 in Rio de Janeiro statt. Rio de Janeiro ist damit die erste Stadt in Südamerika, die Gastgeber der Veranstaltung sein wird.
Inhaltsverzeichnis |
Wahl des Austragungsortes
Für die Olympischen Spiele 2016 läutete das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 16. Mai 2007 die Bewerbungsphase ein. Alle 203 Nationalen Olympischen Komitees wurden eingeladen, eine Kandidatur einzureichen. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 13. September 2007 reichten sieben Städte ihre vollständigen Unterlagen beim IOC ein. Auf dieser Basis erklärte das Executive Board des IOC am 4. Juni 2008 die Städte Chicago, Tokio, Rio de Janeiro und Madrid zu offiziellen Kandidaten.[1] Die Mitglieder des IOC entschieden am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen, dass Rio de Janeiro der Austragungsort der Olympischen Spiele 2016 sein wird.
In den ersten beiden Wahlgängen schieden die Bewerbungen aus Chicago und Tokio mit den jeweils wenigsten Stimmen aus. Als Austragungsort stand um 18:50 Uhr Rio de Janeiro, mit der Verkündung im Saal, offiziell fest.
Das offizielle Logo der Spiele wurde am Abend des 31. Dezember 2010 als Prelude der Silvesterfeiern am Strand von Copacabana vorgestellt.[2] Das von der Agentur Tátil in Rio entworfene Logo stellt drei händehaltende Menschen dar. Die Umrisse sind wiederum an einen Blick auf den Zuckerhut von der Botafogo-Bucht abgeleitet worden. Die Farbe Grün kann als Metapher für die Natur angesehen werden, Gelb für die Sonne und Blau für das Meer; auch sind dies die Farben der Flagge Brasiliens. Das Logo steht unter dem Motto Paixão e Transformação, Leidenschaft und Transformation.[3]
Ergebnis der Wahl des Austragungsortes
| Ort | Land | Runde 1 | Runde 2 | Runde 3 |
|---|---|---|---|---|
| Rio de Janeiro | 26 | 46 | 66 | |
| Madrid | 28 | 29 | 32 | |
| Tokio | 22 | 20 | – | |
| Chicago | 18 | – | – |
Offizielle Kandidaten
| Logo | Ort | Land | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Chicago | Vereinigte Staaten | Chicago setzte sich in einem inneramerikanischen Bewerbungsverfahren gegen die Bewerbungen aus Houston, Philadelphia, Los Angeles und San Francisco durch. Nachdem das USOC am 9. Januar 2007 seine Absicht zur Ausrichtung der Sommerspiele bestätigt hatte, wählten dessen Mitglieder Chicago am 14. April 2007 zum offiziellen Bewerber. Es wäre das fünfte Mal gewesen, dass die Olympischen Spiele in den Vereinigten Staaten stattfinden, zuletzt war dies 1996 in Atlanta. | |
| Madrid | Spanien | Madrid hatte sich erstmals für die Olympischen Spiele 1972 beworben, die aber letztlich an München gingen. Für 2012 startete man einen zweiten Versuch, die Stadt schied in einer äußerst knappen Wahl gegen Paris und den späteren Sieger London aus. Am 6. Juni 2006 bewarb sich Madrid für die Spiele 2016 und am 30. Mai 2007 bestätigte das Spanische Olympische Komitee die Kandidatur. Aufgrund der Tatsache, dass die Spiele schon 1992 in Barcelona auf spanischem Boden stattfanden und zudem die Sommerspiele 2012 an die europäische Stadt London vergeben wurden, wurden Madrid geringe Chancen eingeräumt. Andererseits erhielt die Kandidatur aber in der technischen Bewertung des IOC im Juni 2008 die zweitbeste Gesamtnote (8,2), knapp hinter Tokio (8,4) und klar vor Chicago (7) und Rio de Janeiro (6,4).[4] Zudem war der spanische Ex-IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch sehr einflussreich.[5] | |
| Rio de Janeiro | Brasilien | Das Brasilianische Olympische Komitee nominierte am 1. September 2006 die Küstenstadt Rio de Janeiro. Diese hatte sich bereits für die Sommerspiele 2004 und 2012 beworben, scheiterte jedoch beide Male bei der Vorauswahl der offiziellen Bewerberstädte durch das IOC. Die Chancen von Rio de Janeiro, die Spiele 2016 auszurichten, besserten sich jedoch, da dort 2007 die Panamerikanischen Spiele stattfanden und im Zuge dessen zahlreiche auch für Olympische Spiele benötigte Sportstätten wie ein Leichtathletikstadion (João Havelange Stadium), eine Sporthalle für Basketball und Turnen (Rio Olympic Arena), ein Schwimmstadion (Maria Lenk Aquatic Parc) und ein Velodrom für Bahnradsport, entstanden. Mit der Entscheidung des IOC finden die Olympischen Spiele zum ersten Mal in Südamerika statt, was einen Vorteil gegenüber europäischen, asiatischen und nordamerikanischen Bewerberstädten darstellte. | |
| Tokio | Japan | Tokio war ursprünglich für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 1940 vorgesehen, die jedoch aufgrund des Zweiten Weltkrieges nicht stattfanden. Tokio richtete dann die Olympischen Spiele 1964 aus. In einer landesinternen Abstimmung setzte sich die japanische Hauptstadt am 30. August 2006 gegen ihren Mitbewerber, die Hafenstadt Fukuoka, durch. Tokio erhielt im Juni 2008 vom IOC die beste Note aller Bewerber (8,4).[4] |
Ausgeschiedene Bewerberstädte
| Logo | Ort | Land | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| Baku | Aserbaidschan | Baku bewarb sich erstmals um die Ausrichtung Olympischer Spiele. Die Bewerbung erschien recht aussichtslos, zum einen aufgrund der fehlenden Infrastruktur[6] und zum anderen aufgrund der geographischen Nähe zu Sotschi, dem Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014. Dazu kam die politische Situation in Aserbaidschan, die zu einer weitgehenden Isolation führte.[7] | |
| Doha | Katar | Doha bewarb sich als erste Stadt des arabischen Raumes um die Ausrichtung Olympischer Spiele – dem lokalen Organisationskomitee zufolge standen 86 Prozent der Einwohner hinter der Bewerbung. Aufgrund der hohen Temperaturen am Persischen Golf in den Sommermonaten hätten die Spiele in Doha erst vom 14. bis 30. Oktober 2016 durchgeführt werden können. 2006 hatten im Emirat die Asienspiele stattgefunden. | |
| Prag | Tschechien | Am 22. März 2007 beschloss der Stadtrat von Prag (50 Ja-Stimmen, 10 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen), sich für die Olympischen Spiele 2016 zu bewerben. Dabei ging man selbst in Prag davon aus, dass die Bewerbung chancenlos ist („Es ist zu 99 % sicher, dass die Spiele 2016 nicht in Europa stattfinden werden“, so Pavel Bém, der Oberbürgermeister von Prag.) Die Bewerbung stellte vielmehr einen Testlauf für eine erfolgreichere Bewerbung hinsichtlich der Spiele 2020 oder 2024 dar.[8] Prag hatte sich bereits für die Austragung der Olympischen Spiele 1924 beworben, unterlag aber damals Paris. |
Wettkampfprogramm
Für die Aufnahme in das Wettkampfprogramm bewarben sich mit Golf, 7er-Rugby, Squash, Karate und Inlineskating sowie Baseball und Softball insgesamt sieben Sportarten. Eine Vorauswahl auf 7er-Rugby und Golf wurde bei einer Exekutiv-Sitzung am 14. August 2009 in Berlin getroffen. Nach Präsentation und Abstimmung des IOCs auf der 121. IOC Session am 9. Oktober 2009 in Kopenhagen wurden beide Sportarten in das olympische Programm aufgenommen.
- Badminton
- Basketball
- Bogenschießen
- Boxen
- Fechten
- Feldhockey
- Fußball
- Gewichtheben
- Golf
- Handball
- Judo
- Kanusport – Kanurennsport, Kanuslalom
- Leichtathletik
- Moderner Fünfkampf
- Radsport – Bahnradsport, BMX, Cross Country (Mountainbike), Straßenrennen
- Reitsport – Dressur, Vielseitigkeitsreiten, Springreiten,
- Ringen – Freistil und griechisch-römisch
- Rudern
- Rugby
- Sportschießen
- Schwimmsport – Kunst- und Turmspringen, Synchronschwimmen, Wasserball
- Segeln
- Taekwondo
- Tennis
- Tischtennis
- Triathlon
- Turnen – Gerätturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Trampolinturnen
- Volleyball – Beachvolleyball
Sportstätten
Die Sportstätten werden sich in vier Zonen innerhalb Rio de Janeiros befinden: Barra da Tijuca, Deodoro, Maracanã und Copacabana. Die Eröffnungs- und Schlussfeier werden, ebenso wie das Fußballfinale, im Maracanã-Stadion ausgetragen werden, die Leichtathletikwettbewerbe werden im Olympiastadion João Havelange stattfinden. Das Olympische Dorf wird derzeit nahe dem Riocentro und dem Olympiapark in Barra errichtet.
Zusätzlich zu den Sportstätten in Rio de Janeiro wird es noch vier Stadien in anderen Städten als Austragungsorte für die Vorrundenspiele im Fußball geben.
Barra da Tijuca
| Sportstätte | Kapazität | Sportart(en) |
|---|---|---|
| Riocentro (Halle 2) | 9.000 | Boxen |
| Riocentro (Halle 3) | 5.000/2.000 | Tischtennis |
| Riocentro (Halle 4) | 6.500 | Badminton |
| Riocentro (Halle 6) | 6.500 | Gewichtheben |
| Olympisches Trainingszentrum (Halle 1) | 16.000 | Basketball |
| Olympisches Trainingszentrum (Halle 2) | 10.000 | Judo, Taekwondo |
| Olympisches Trainingszentrum (Halle 3) | 10.000 | Ringen |
| Olympisches Trainingszentrum (Halle 4) | 12.000 | Handball |
| Olympisches Hockeyzentrum | 10.000/5.000 | Hockey |
| Olympisches Tenniszentrum | 10.000/5.000/3.000 | Tennis |
| Olympisches Velodrom Rio | 5.000 | Bahnradsport |
| Wassersportzentrum “Maria Lenk” | 6.500 | Wasserball, Kunst- und Turmspringen |
| Olympisches Wassersportzentrum | 18.000 | Schwimmen, Synchronschwimmen |
| HSBC Arena | 12.000 | Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Trampolinturnen |
| Olympischer Golfplatz | unbegrenzt, jedoch keine Sitzplätze | Golf[9] |
Deodoro
| Sportstätte | Kapazität | Sportart(en) |
|---|---|---|
| Nationales Reitzentrum | 14,000 | Springreiten, Dressurreiten |
| Nationales Schießzentrum | 1.000/2.000/1.600/1.000/750 | Sportschießen |
| Arena Deodoro | 5.000 | Fechten |
| Deodoro Park des Modernen Fünfkampfes | 15.000 | Moderner Fünfkampf |
| Olympischer Mountainbike-Park | 5.000 | Mountainbike |
| Olympisches Wildwasser-Zentrum | 8.000 | Kanuslalom |
| Olympisches BMX-Zentrum | 7.500 | BMX |
Maracanã
| Sportstätte | Kapazität | Sportart(en) |
|---|---|---|
| Sambódromo | 30.000 (Marathon)/6.000 (Bogenschießen) | Marathon, Bogenschießen |
| Olympisches Stadion João Havelange | 60.000 | Leichtathletik |
| São-Januário-Stadion | 15.150 | 7er-Rugby |
| Maracanã-Stadion | 90.000 | Eröffnungs- und Schlussfeier, Fußball |
| Maracanãzinho-Halle | 12.000 | Volleyball |
Copacabana
| Sportstätte | Kapazität | Sportart(en) |
|---|---|---|
| Lagoa Rodrigo de Freitas | 14.000 | Rudern, Kanu/Kayak Sprint |
| Copacabana-Stadion | 12.000 | Beachvolleyball |
| Copacabana | 5.000 | Freiwasserschwimmen |
| Yachthafen “Marina da Glória” | 10.000 | Segeln |
| Flamengo Park | 5.000 | Straßenradrennen, Gehen |
Fußballstadien
| Stadion | Kapazität | Stadt |
|---|---|---|
| Morumbi-Stadion | 66.000 | São Paulo |
| Mineirão-Stadion | 74.000 | Belo Horizonte |
| Nationalstadion Brasília | 76.000 | Brasília |
| Fonte Nova-Stadion | 60.000 | Salvador da Bahia |
Bestehende Anlagen
-
Maracanã-Stadion
Eröffnungsfeier und Schlussfeier, Finalspiele der beiden Fußballturniere -
Olympiastadion João Havelange
Leichtathletik -
Maria Lenk National Aquatic Center
Wasserball, Synchronschwimmen, Wasserspringen -
Copacabana
Langstreckenschwimmen, Triathlon und Beach Volleyball -
HSBC Arena
Trampolinturnen, Rhythmische Sportgymnastik -
Sambódromo
Marathon und Gehen -
Ginásio do Maracanãzinho
Volleyball -
Lagoa Rodrigo de Freitas
Rudern, Kanu
Weblinks
- Seite des IOC zu den Spielen 2016
- Website des Baku-2016-Komitees
- Website des Chicago-2016-Komitees
- Website des Doha-2016-Komitees
- Website des Madrid-2016-Komitees
- Website des Prag-2016-Komitees
- Website des Rio-2016-Komitees
- Website des Tokyo-2016-Komitees
Einzelnachweise
- ↑ vgl. AFP-Meldung Chicago, Madrid, Tokio und Rio in Finalrunde für Olympia 2016 bei focus.de (aufgerufen am 4. Juni 2008)
- ↑ Rio-2016 mostra sua cara e lança em Copacabana a logomarca dos Jogos globoesporte.globo.com, 31. Dezember 2010
- ↑ Paixão e Transformação, Tátil (ges. 31. Dezember 2010)
- ↑ a b Bewertung der Kandidaten 4. Juni 2008
- ↑ Berliner Zeitung 11. Dezember 2008
- ↑ gamesbids.com
- ↑ telegraph.co.uk
- ↑ Prag bewirbt sich für die Olympischen Spiele 2016
- ↑ [1] Presseerklärung der Veranstalter über die Vergabe des Projekts zum Bau des Olympischen Golfplatzes
- ↑ [2] Karte der Veranstalter mit allen Sportstätten (außer Golf)

























