Die Endrunde der 20. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer (offiziell 2014 FIFA World Cup, deutsch „FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014“) wird vom 12. Juni bis zum 13. Juli 2014 in Brasilien ausgetragen. Der Beschluss des FIFA-Exekutivkomitees fiel am 30. Oktober 2007 in Zürich. Brasilien ist als WM-Gastgeber auch automatisch Ausrichter des Konföderationen-Pokals 2013.
Inhaltsverzeichnis |
Vergabe
Ricardo Teixeira (links), Präsident des CBF, und Staatspräsident Lula da Silva mit dem Logo zur Bewerbung.
FIFA-Präsident Sepp Blatter bei der WM-Vergabe in Zürich.
Die CONMEBOL, die südamerikanische Fußball-Konföderation, hatte sich auf Brasilien als einzigen Bewerber um die WM 2014 festgelegt, da in diesem Jahr der brasilianische Fußballverband Confederação Brasileira de Futebol (CBF) 100 Jahre alt wird.
Im Dezember 2006 erklärte zunächst auch Kolumbien seine Absicht, eine Bewerbung abgeben zu wollen,[1] am 11. April 2007 zog es seine Bewerbung allerdings wieder zurück.[2] Brasilien übergab schließlich am 13. April 2007 in der FIFA-Zentrale in Zürich als einziger Kandidat die so genannte Bewerbungsvereinbarung. Am 31. Juli 2007 wurde fristgerecht auch das vollständige 900-seitige Kandidaturdossier vom Präsidenten der CBF, Ricardo Teixeira, an Sepp Blatter übergeben, das auch alle notwendigen Regierungsgarantien umfasst. Damit erhielt Brasilien jedoch noch nicht automatisch den Zuschlag.[3] Das weitere Verfahren sah nun eine gründliche Prüfung der Kandidatur durch die FIFA vor, die auch einen Inspektionsbesuch in Brasilien im August 2007 umfasste. Dabei wurden fünf der 18 möglichen Spielorte besucht, in Rio de Janeiro präsentierten sich zudem die übrigen möglichen Austragungsorte.[4] Nach der Abschlusspräsentation des brasilianischen Fußballverbandes am 29. Oktober wurde Brasilien am 30. Oktober 2007 in Zürich endgültig als Gastgeber durch das FIFA-Exekutivkomitee bestätigt.[5] Dieses Turnier wird die zweite Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien sein, dort wurde dieser Wettbewerb bereits 1950 ausgetragen. Das letzte große Fußballturnier in Brasilien war die Copa América 1989.
Austragungsorte
Am 31. Mai 2009 gab die FIFA die zwölf Städte bekannt, die aus insgesamt 17 Bewerbern für die Austragung der Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 ausgewählt wurden.[6][7] Diese sind:
| Belo Horizonte | Brasília | Cuiabá | Curitiba | |
|---|---|---|---|---|
| Mineirão | Estádio Nacional de Brasília | Arena Pantanal | Arena da Baixada | |
| Kapazität: 66.805 (Umbau) |
Kapazität: 70.064 (Neubau) |
Kapazität: 42.968 (Neubau) |
Kapazität: 40.000 (Umbau) |
|
| Fortaleza |
|
Manaus | ||
| Castelão | Arena da Amazônia | |||
| Kapazität: 64.165 (Umbau) |
Kapazität: 42.374 (Neubau) |
|||
| Natal | Porto Alegre | |||
| Arena das Dunas | Estádio Beira-Rio | |||
| Kapazität: 42.086 (Neubau) |
Kapazität: 50.287 (Umbau) |
|||
| Recife | Rio de Janeiro | Salvador da Bahia | São Paulo | |
| Arena Pernambuco | Maracanã | Arena Fonte Nova | Arena Corinthians | |
| Kapazität: 43.921 (Neubau) |
Kapazität: 76.935 (Umbau) [8] |
Kapazität: 56.500 (Neubau) |
Kapazität: 65.807 (Neubau) [9] |
|
Das Finale findet in Rio de Janeiro statt, das Eröffnungsspiel wird in São Paulo ausgetragen.[10] Nicht berücksichtigt wurden die Kandidaturen der Städte Belém, Campo Grande, Florianópolis, Goiânia und Rio Branco.
Qualifikation und Teilnehmer
Die Qualifikation zur Endrunde beginnt in Europa im Sommer 2012. In den anderen Fußballverbänden bereits im Jahr 2011; die zeitlich erste Qualifikationsrunde als Vorqualifikation des ozeanischen Verbandes war das Fußballturnier der Pacific Games 2011 im August/September 2011.[11]
Es werden 32 Nationalmannschaften antreten, die Verteilung der Startplätze wurde auf der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees[12], am 2. und 3. März 2011 in Zürich, wie folgt festgelegt:
- UEFA (Europa): 13 Teilnehmer
- CAF (Afrika): 5 Teilnehmer
- AFC (Asien): 4 oder 5 Teilnehmer
- OFC (Ozeanien): 0 oder 1 Teilnehmer
- CONMEBOL (Südamerika): 5 oder 6 Teilnehmer mit Gastgeber Brasilien
- CONCACAF (Nord- und Mittelamerika und Karibik): 3 oder 4 Teilnehmer
Organisation und Umfeld
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Kritik
Kein einziges brasilianisches Stadion erfüllt bisher die FIFA-Anforderungen für Fußball-Weltmeisterschaften. Kritisiert werden unter anderem erhebliche Sicherheitsmängel. Allerdings werden in den nächsten Jahren mehrere Stadien komplett neu errichtet bzw. modernisiert. Jedoch wird befürchtet, dass die Stadien nicht fertig werden, da im Juli 2010 bisher nur mit sechs Stadien begonnen wurde. Zudem ist die Infrastruktur, insbesondere die der Flughäfen, mangelhaft.[13] Der Umgang mit kritischen Stimmen zum Thema Sicherheit und die Kommunikationspolitik der FIFA sowie des WM-Veranstalters wurden in der Presse kritisiert.[14]
Der brasilianische Sportminister, Orlando Silva de Jesus Júnior, musste am 26. Oktober 2011 zurücktreten, weil ihm die Annahme von Bestechungsgeld im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft vorgeworfen wurde.[15]
Logo
Hochrangige Vertreter Brasiliens und der FIFA haben am 8. Juli 2010 in Johannesburg das Logo für die WM vorgestellt: Das Design ahmt die Form des FIFA-WM-Pokals nach – bestehend aus drei ineinander greifenden Händen, die eine Kugel formen. Die Farben des Logos sind Grün, Gelb, Rot, Blau und Weiß.[16]
Probleme
Vorbereitung
Bis 14. Mai 2010 hätte die Stadt São Paulo verbindliche finanzielle Garantien für das genehmigte Projekt Morumbi-Stadion abgeben müssen. Da diese beim Lokalen Organisationskomitee (LOK) der FIFA nicht vorgelegt wurden und auch für ein alternatives Projekt die Frist versäumt wurde, werden bei der WM keine Spiele in diesem Stadion stattfinden. Die FIFA und das LOK wollen aber weitere Gespräche mit der Stadt führen.[17] Ende August 2010 wurde bekannt, dass der Verein Corinthians São Paulo ein neues Stadion im Osten der Stadt bauen werde, in dem dann das Eröffnungsspiel stattfinden soll. Gleichzeitig wurde das „Aus“ für das Morumbi-Stadion bestätigt.[18]
Fernsehübertragung
Die TV-Rechte für Deutschland für die WM 2014 übertrug die FIFA-Exekutive den beiden öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF. Zudem wurde die Partnerschaft mit der EBU (Union der Europäischen Rundfunkorganisationen) auf die FIFA WM 2014 ausgedehnt.[19]
Einzelnachweise
- ↑ Pressemitteilung der zur Ausrichtung der WM 2014 auf FIFA.com (Link nicht mehr abrufbar)
- ↑ Kolumbien zieht Bewerbung zurück
- ↑ kicker.de − Brasilien bewirbt sich offiziell
- ↑ Brasilien 2014 – Die Entscheidung naht
- ↑ Exekutivkomitee entscheidet am 30. Oktober in Zürich über Vergabe
- ↑ WM-Spielorte stehen fest, FIFA.com, 31. Mai 2009
- ↑ FIFA.com: Die Stadien der FIFA WM 2014
- ↑ Cadeiras sao retiradas do Maracanã para conclusao da primeira etapa das obras pra a Copa do Mundo – Chairs are removed from Maracanã concluding the upgrading first step
- ↑ Nota Oficial da Diretoria do Sport Club Corinthians Paulista – Official note from Sport Club Corinthians Paulista announcement
- ↑ WM 2014 Spielplan und Anstoßzeiten bekannt gegeben wm2014-in-brasilien.de, 21.Oktober 2011
- ↑ Pacific Games Council: „MOU agreement with Oceania Football Conferderation“, 17. Juli 2009, abgerufen 5. Juli 2010
- ↑ Sitzung FIFA-Exekutivkomitee 2. und 3. März 2011, abgerufen am 4. März 2011
- ↑ Kritik an WM 2014 SZ, Juli 2010
- ↑ Einspruch unerwünscht – Die Fifa bestimmt Brasilien zum WM-Veranstalter 2014 und würgt jegliche Bedenken ab NZZ Online, 31. Oktober 2007
- ↑ Brasiliens Sportminister tritt zurück. In: ORF. 27. Oktober 2011, abgerufen am 27. Oktober 2011 (deutsch).
- ↑ Präsentation des Logos zur WM 2014
- ↑ Erklärung zum Morumbi-Stadion FIFA.com, 16. Juni 2010
- ↑ Pläne für neues Stadion Süddeutsche.de, 28.August 2010
- ↑ FIFA Info vom 23. März 2007
Weblinks
- Offizielle Webseite der CBF zur Bewerbung (portugiesisch)
- Globo Esporte: Stadienentwürfe der voraussichtlichen WM-Spielorte
Uruguay 1930 | Italien 1934 | Frankreich 1938 | 1942 | Brasilien 1950 | Schweiz 1954 | Schweden 1958 | Chile 1962 | England 1966 | Mexiko 1970 | Deutschland 1974 | Argentinien 1978 | Spanien 1982 | Mexiko 1986 | Italien 1990 | USA 1994 | Frankreich 1998 | Japan & Südkorea 2002 | Deutschland 2006 | Südafrika 2010 | Brasilien 2014 | Russland 2018 | Katar 2022
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