Die Proteste gegen ACTA und die Vorratsdatenspeicherung haben sich ausgezahlt: Bei ersterem wurde den Politikern aufgrund europaweiter Protestaktionen deutlich gezeigt, dass die Bevölkerung nicht mit grundrechtswidrigen Überwachungsmethoden einverstanden ist und sowohl Kritiker als auch Parlamentarier das umstrittene Handelsabkommen nunmehr als gescheitert sehen. Was die VDS angeht, so konnte die Bürgerinitiative des AK Vorrat einen epochalen Erfolg einfahren: Weit über 100.000 Menschen unterzeichneten bislang die Petition unter http://zeichnemit.at und das parallel laufende Projekt http://verfassungsklage.at wird zur größten Verfassungsklage der Zweiten Republik führen.
Nichtsdestotrotz werden die Politiker immer einfallsreicher, was Überwachungsmethoden angeht. Ein Projekt, welches von der EU mit rund 11 Millionen Euro gefördert wird, versteckt sich hinter der Abkürzung INDECT (Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment). Dieses Überwachungsinstrument soll die Bevölkerung sowohl on- als auch offline überwachen. Dabei werden einerseits Online-Inhalte von Foren, Blogs oder Sozialen Netzwerken nach auffälligen Inhalten durchsucht. Ebenso soll mit dem gewonnenen Bild- und Videomaterial von Überwachungskameras nach verdächtig handelnden Personen gesucht werden. In beiden Fällen kommen automatisierte Prozesse zum Einsatz – INDECT ist also quasi ein aufgeblähter Scanner, der jeden Schritt eines Einzelnen überwachen und analysieren wird. Entwickelt wird das umstrittene Projekt hauptsächlich von europäischen Universitäten und privaten Firmen aus dem IT- und Security-Bereich.
Da INDECT – wie Politiker immer suggerieren, zwar zur Sicherheit beitragen soll, jedoch zwangsläufig zu einem Big-Brother-Szenario führen wird, sehen wir es als unsere Pflicht, dagegen zu protestieren. Anonymous legte, als internationale Operation organisiert ausgehend von deutschen Anons, die Website des an INDECT beteiligten Unternehmens Innotec (http://www.innotec-data.de) lahm.
Dies soll jedoch nicht die einzige Website bleiben, die attackiert wird. Es werden weitere Angriffe geplant und zusätzlich sollen auch Paperstorms und Demonstrationen stattfinden um die Bevölkerung zu informieren.
























