Archive for March 23, 2012

Dorf TV – usergeneriertes Fernsehen für Oberösterreich

Dorf ist das was du draus machst! Wir sagen: Einfach produzieren.
Du wolltest immer schon ein eigenes Video, einen selbstgemachten Beitrag im Fernsehen zeigen. Egal ob Doku, Kurz- oder Kunstfilm, der Auftritt deiner Band, ein lustiger Sketch … deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Egal wie lange der Beitrag ist. Egal welches Format du verwendest. Egal welches Aufnahmegerät . Ob Photokamera, Handy oder professionelle Filmkamera. Inhaltlich ist alles möglich. Vorausgesetzt natürlich der Beitrag verstößt nicht gegen das Gesetz. Registriere dich jetzt, lade dein Video auf dorf und wir senden deinen Beitrag über DVB-T in Oberösterreich aus.

via Dorf TV – usergeneriertes Fernsehen für Oberösterreich.

Originally posted on sVlog:

Hochgeladen von chillkroete112 am 13.04.2010

Im September 1986 war Kopenhagen Schauplatz einer Aktion, die wohl nicht nur für Dänemark einzigartig war. Es geht um ein damals seit über drei Jahren besetztes Haus, in dem rund 60 Leute leben. Die Besitzerin will es abreißen lassen die Räumung ist für den folgenden Tag angekündigt…
Hier beginnt der Videofilm der dänischen Gruppe, die während der neun Tage dauernden Verteidigung der Besetzung bei fast allen Aktionen und Alltagssituationen filmen konnte. Ihr gelang so ein Portrait des Lebens hinter den Barrikaden von den Leuten, die sich entschlossen hatten, das Haus militant zu verteidigen.






via9 Tage hinter den Barrikaden (1/6) – YouTube.

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M31 VIENNA (M31 – Europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus)

Europa und die Europäische Union (EU) befinden sich im Ausnahmezustand. Seit Monaten spitzt sich die Kredit- und Schuldenkrise zu. Auf immer neuen Regierungskonferenzen werden Notprogramme beschlossen, um den Kapitalismus zu sanieren. Glaubt man Politik und Medien, drohen sonst Zusammenbruch, Rezession und neue Armut. Mit dieser Katastrophenrhetorik werden marktradikale Reformen durchgesetzt, die unsere Gesellschaft und unser Leben auf Jahrzehnte bestimmen – wenn wir uns nicht wehren. In den ersten Jahren der Krise hieß es, der Kapitalismus müsse gezügelt werden. Banken und Konzerne sollten einen Teil der Lasten tragen, die sie selbst mit verursacht hatten. Doch gerade passiert das genaue Gegenteil: Die EU, ihre Mitgliedsstaaten und Beitrittskandidaten setzen auf mehr “Wettbewerb” und einen brutalen Sparkurs, um das “Vertrauen” und die Profite der Privatwirtschaft zu sichern. Genau damit aber bestätigen sie die destruktive Logik des Kapitalismus. Kapitalismus heißt Krise und Ohnmacht, Armut inmitten von privatem Reichtum. Organisieren wir uns für eine bessere Gesellschaft!

Die Krise hat System
Die kapitalistische Globalisierung der vergangenen Jahrzehnte hat die Konkurrenz der Unternehmen und Standorten zugespitzt. Alle führenden Industriestaaten haben ihre Märkte umfassend dereguliert. Sie haben soziale Sicherheiten gestrichen, öffentliche Güter privatisiert, die Rechte von Lohnabhängigen beschnitten und soziale Kontrollen verschärft, im Interesse eines möglichst ungehinderten kapitalistischen Wachstums. Doch selbst in Europa, auf der Sonnenseite dieses weltweiten Systems, wird unser Leben von Jahr zu Jahr unsicherer, und die soziale Spaltung nimmt zu. In den sogenannten “aufstrebenden Märkten” herrscht ohnehin eine permanente soziale Krise: Enteignung und skrupellose Ausbeutung mit staatlicher Rückendeckung, für ein nationales Wachstum, das nur Privilegierten zu Gute kommt. Die neoliberale Transformation der vergangenen Jahrzehnte hat auch die Finanzmärkte überkochen lassen. Ob DotCom-Boom, Immobilienfonds oder Derivatehandel – seit Jahren platzen die Spekulationsblasen, auf jeden Boom folgt ein Einbruch. Schuld daran sind nicht die vermeintliche Gier und Korruption einer kleinen Elite, wie viele glauben. Schuld ist die alltägliche Profitlogik, der wir alle unterworfen sind, ob wir wollen oder nicht.

Das EU-Regime knacken
2011 ist die europäische Schulden- und Währungskrise eskaliert. Einige Staaten stehen vor dem Bankrott, und gefährden damit den Euro. Vordergründig haben diese Staaten “über ihre Verhältnisse gelebt”. In Wahrheit haben auch sie nur versucht, über Schulden kapitalistisches Wachstum anzustoßen. Sie taten was alle tun, nur weniger erfolgreich. Ihre Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB) und neue, milliardenschwere “Rettungsfonds” sind an rücksichtslose Auflagen gebunden. Eine europäische “Schuldenbremse” soll “die Märkte beruhigen”, natürlich zu Lasten von Lohnabhängigen, Erwerbslosen und Menschen in Ausbildung. Private Profite werden dagegen nicht angetastet. Ähnlich ergeht es den ost- und südosteuropäischen Beitrittskandidaten, die von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu umfassenden Kürzungen und Privatisierungsprogrammen genötigt werden. All das soll das krisenträchtige Wettbewerbsregime der EU schützen, und natürlich die Ansprüche der dominanten Ökonomien Kerneuropas: Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs konnten ihre Interessen fast ungehindert durchsetzen, trotz eigener politischer Differenzen. Kein Zweifel, in vielen Ländern wurde heftig protestiert. Überall sind Basisinitiativen entstanden, um die eigene politische Ohnmacht zu überwinden. Doch bislang blieben selbst Massenstreiks erfolglos. Die großen nationalen Gewerkschaften stützten letztlich doch die Standortpolitik ihrer jeweiligen Staaten und forderten allenfalls soziale Trostpflaster. Es gab keine effektive gewerkschaftliche Solidarität über Landesgrenzen hinweg. Wenn sich daran etwas ändern soll, müssen wir selbst dafür sorgen.

Wir können das besser
Die europäische Krisenpolitik ist so spekulativ, wie es der Kapitalismus immer war. Denn schärferes Sparen gefährdet die ökonomische Stabilität genau so wie Wachstum auf Pump. Es gibt im Kapitalismus keinen sicheren Weg, nur permanentes Krisenmanagement. Sollen wir unser Leben dafür verschwenden? Besser wir kämpfen gemeinsam gegen das Diktat des Marktes, und organisieren uns endlich europaweit. Der Europäische Aktionstag am 31. März 2012 ist dafür ein erster Schritt. Gleichzeitige Demonstrationen in mehreren europäischen Staaten sind mehr als ein Zeichen antikapitalistischer Solidarität. Sie sind schon jetzt Teil einer europaweiten Diskussion und Vernetzung. Wir laden alle emanzipatorischen Initiativen ein, diesen Prozess mit zu gestalten. Wir müssen uns außerhalb der staatstragenden Institutionen organisieren, und einen langen Atem haben. Die Krise verläuft in unseren Ländern sehr unterschiedlich. Aber wir haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen den Kapitalismus nicht retten, sondern überwinden. Wir widersetzen uns nationaler Interessenpolitik und nationalistischer Krisenideologie. Der Kampf gegen den fortgesetzten Abbau sozialer Sicherheiten und Rechte ist wichtig, aber unsere Perspektive muss weiter sein. Wir müssen die fatalen Zwänge des Kapitalismus und seiner politischen Institutionen brechen. “Echte Demokratie”, wie sie in vielen Protesten gefordert wird, das geht nur ohne Kapitalismus!

Also available in:
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VIA M31 VIENNA (M31 – Europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus).

M31 VIENNA (PolitDiskuBeisl zum M31 – European day of action against capitalism mit Diskussion und Filmvorführung “Kropotkin: Die kommende Revolution”)

PolitDiskuBeisl zum M31 – European day of action against capitalism mit Diskussion und Filmvorführung “Kropotkin: Die kommende Revolution”

Donnerstag, 29.03.2012, ab 20:00
EKH (Wielandgasse 2-4, 1100 Wien)
Im Rahmen des PolitDiskuBeisls

Am 31. März findet ein transnationaler Aktionstag von verschiedenen antikapitalistischen, libertären und undogmatischen Initiativen, Gruppen und Basisgewerkschaften statt, der ein Auftakt für eine weitergehende, europaweite Kooperation sein soll. Gleichzeitig wollen wir diesen Tag nutzen, um eine wien- bzw. bestenfalls österreichweite Vernetzung sozialer Kämpfe zu erreichen.

Wir wollen den autoritären Krisenlösungsstrategien nationaler, wie internationaler Institutionen, zB. der Troika, aus EU, EZB und dem IWF, eine emanzipatorische Perspektive entgegenstellen. In Krisenzeiten bekommen reaktionäre und nationalistische Tendenzen Aufwind, dem muss durch eine radikale Kritik der herrschenden Verhältnisse und den daraus resultierenden Erklärungsansätzen entgegengewirkt werden. Dabei ist es wichtig, den Kampf gegen den Abbau sozialer Sicherheiten und Rechte über reine Abwehrreaktionen hinaus zu führen, und eine Perspektive jenseits des Kapitalismus und seiner politischen Institutionen zu suchen.

Bei der Veranstaltung wollen wir den Aktionstag und die inhaltlichen Eckpunkte vorstellen und davon ausgehend weitere Perspektiven antikapitalistischer Politik diskutieren.

 

— Vor 6 Tagen

#Termine

via M31 VIENNA (PolitDiskuBeisl zum M31 – European day of action against capitalism mit Diskussion und Filmvorführung “Kropotkin: Die kommende Revolution”).

Originally posted on sVlog:

Hochgeladen von virtuelli am 20.03.2012

http://wientv.org
Griechische AktivistInnen zahlen nicht mehr für die Krise, In der Leopoldstadt gibt es einen neuen Grünraum, den Grün2 und dort findet die Ausstellung der Bilder vom Widerstand am Augartenspitz statt. Die Bilder hat Martin Juen gemacht. Wir finden raus was ELGA ist. Die Studierenden protestieren und am Ende singt der AktivistInnen Nachwuchs eine Coverversion von “We are the World”

Kategorie:

Nachrichten & Politik

Tags:

Lizenz:

Standard-YouTube-Lizenz

 

viaDie Nachrichten vom 20. März 2012 – YouTube.

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[AT] Vienna: Demonstration – Sozial–revolutionärer Auflauf — M31

sRomy says:
ÜBERSCHLÄGT SICH LEIDER MIT DER VDS DEMO! ICH HOFFE WIR KÖNNEN BEIDES VERBINDEN!! BITTE NICHT DIE VDS DEMO VERGESSEN!!!!!!!!!
Event:
[AT] Vienna: Demonstration – Sozial–revolutionärer Auflauf
Date:
March 31, 2012 14:00
Category:
Organizer:
M31 committee vienna
m31vienna[at]riseup.net
Updated:
March 20, 2012
Address:
Google Map
Marcus Omofuma-Denkmal, Vienna, Austria

Samstag 31.03.2012, ab 14:00 | vienna.march31.net
Marcus Omofuma-Denkmal (Museumsquartier / Mariahilfer Straße)

POSTER DOWNLOAD HIER

Ein Aktionstag gegen den Kapitalismus?
Protestiert wird dieser Tage viel auf der ganzen Welt. Und der Kapitalismus ist auch wieder im Gespräch. Seine fatalen Auswirkungen auf das Ökosystem und das menschliche Leben lassen sich zunehmend schlechter leugnen, die Idee von immerwährendem Fortschritt und Wachstum scheint vielen nicht mehr plausibel. Aber die Kritik, die daraus erwächst greift meistens zu kurz. Oft beschränkt sie sich darauf, einzelne Akteur_innen und deren Handeln moralisch zu bewerten, sie gegebenenfalls zu verurteilen, und eine strengere Regulierung sowie das Austauschen von Funktionsträger_innen durch vermeintlich “aufrechtere” Personen zu fordern.

Dabei liegt es in den Strukturen der Kapitalismus, dass nicht selten moralisch fragwürdiges oder sogar verwerfliches Verhalten das rationalste ist. Richtet sich also der Protest vor allem gegen bestimmte Akteur_innen, dient er letztlich oft mehr als Ventil für die individuelle Ohnmacht und spielt dabei seine Rolle mit, das bestehende System zu legitimieren, indem nahegelegt wird, es wäre unter den Bedingungen dieses Wirtschaftssystems möglich, grundlegend anders zu handeln.

Zwei Jahrzehnte lang schien sich die Welt in einer Starre zu befinden, erst wurde nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus das “Ende der Geschichte” verkündet und Kapitalismus und westliche “Demokratie” zum bestmöglichen und wünschenswertesten Zustand menschlichen Zusammenlebens erklärt. Als das mit dem Aufflammen der globalisierungskritischen Bewegungen gerade drohte infrage gestellt zu werden, begann der “Kampf der Kulturen” zum roten Faden der Weltgeschichte zu werden. Kapitalismus und bürgerlicher Staat waren nun nicht mehr per se einfach wunderbar, sondern um Leben oder Tod zu verteidigen gegen ein Feindbild der Barbarei. Dabei ist nicht alles was sich gegen den Kapitalismus stellt emanzipatorisch, genauso wenig wie der Kapitalismus als Gegensatz zur Barbarei verstanden werden kann.

Inzwischen ist aber klar geworden, dass das Leben im Kapitalismus tatsächlich nicht einfach immer nur besser wird, sondern vielmehr dass auch die ökonomischen und rechtlichen Zugeständnisse, die im Kampf gegen die Zumutungen des Kapitalismus vor allem im 20. Jahrhundert errungen worden waren, wieder abgebaut werden, wenn es für den momentanen Erhalt des Systems notwendig ist. Dabei geht es der etablierten Politik bis tief in sozialdemokratische Parteien und Gewerkschaften nicht mehr um ein ob oder nicht, sondern vielmehr um die Frage wie das umgesetzt werden kann, ohne dass es eine soziale Explosion zur Folge hat. Die Abwehrkämpfe gegen den Abbau sozialer Rechte sind wichtig, aber die Perspektive muss weiter sein. Wenn sich die Kämpfe aber den herrschenden Normen und Institutionen unterordnen, führen sie im Ergebnis oft nur zu einer Stabilisierung eben der Strukturen, deren negative Auswirkungen sie mildern sollen.

Die aktuellen Krisenerscheinungen, vor allem die nicht zuletzt durch “Bankenrettungen” in die Höhe schnellenden Staatsschulden, halten nun als Begründung her, um diese scheinbar  alternativlose Politik zu rechtfertigen. Arbeitsmärkte werden “flexibilisiert”, d.h. Arbeitsrechte beschnitten, Kündigungsschutz gelockert, soziale Sicherheiten gestrichen. Der Staat baut massiv Stellen ab, was viele Leute ohne Arbeit dastehen lässt und gleichzeitig die Löhne im privaten Sektor nach unten drückt. Wer keine Arbeit hat, wird einem repressiven System sozialer Kontrolle unterstellt, dass nicht vorrangig die Funktion hat, die Menschen in Arbeit zu bringen.  Vielmehr soll es verhindern, dass sie auf andere Gedanken kommen sich selbst zu beschäftigen, und andererseits den Druck auf sie zu erhöhen und die Option einen Scheiß-Job für einen Hungerlohn zu akzeptieren attraktiver erscheinen zu lassen.

Don’t hate the players, hate the game!
Aber auch diese Maßnahmen haben nicht einfach Bosheit oder Gier zur Ursache, sondern sind innerhalb des Kapitalismus logische Folgen des Zwangs zur immerwährenden Maximierung des Profits. Denn ohne Aussicht auf Profit investiert niemand, verleiht keine Bank an ein Unternehmen Geld. Die Produktion würde ins Stocken geraten, ganz gleich ob die produzierten Güter eine gesellschaftlich wichtige Funktion haben oder nicht. Doch der Zwang zur Profitmaximierung steht im Widerspruch dazu, dass die produzierten Waren auch Käufer_innen finden müssen, die sich diese Dinge leisten können.

Nicht zuletzt durch diesen Widerspruch ist die Krise nicht etwa ein Ausnahmezustand im Kapitlismus, ein Stottern des Motors oder ein Betriebsunfall, sondern ein immer vorhandenes Strukturelement, dass sich wiederkehrend, mehr oder weniger periodisch zuspitzt. Es kann weder durch besonders viel noch besonders wenig staatliche Regulierung aus dem System herausgerechnet werden. Der Staat wird die Märkte immer vor allem so regulieren, dass die Aufrechterhaltung des Gesamtzusammenhangs und die Akkumulation von Kapital  sichergestellt werden.

Schuld an der Krise sind also nicht etwa “Bankster”, Spekulant_innen oder amoralische Politiker_innen, schuld ist die kapitalistische Produktionsweise. Aber da die herrschenden Verhältnisse dieser Einsicht im Wege stehen, müssen andere Sündenböcke her. Innerhalb Europas wird neben “Finanzmarkt Zocker_innen” vor allem das Bild der angeblich “faulen Südländer_innen”  gezeichnet die “über ihre Verhältnisse” gelebt hätten. Diese Erklärung passt gut zum vorherrschenden Alltags-Rassismus, hat aber mit der Realität nichts zu tun. Tatsächlich arbeiteten die Menschen schon vor der Krise zum Beispiel in Griechenland meist mehr Stunden für nicht selten halb so hohe Löhne wie hier, und das bei vergleichbaren Lebenshaltungskosten.

Wenn aber der Kapitalismus der Grund ist für die  ganze Misere, wer ist dann “schuld” am Kapitalismus? Eine kleine Bande von Kriminellen, die den Globus terrorisieren und ausbeuten, wie es viele wieder aufkeimende Verschwörungstheorien nahelegen? Weit gefehlt! Vielmehr sind es wir alle, die täglich unseren Beitrag zu seiner Aufrechterhaltung leisten, indem wir arbeiten gehen oder für den Arbeitsmarkt lernen, indem wir Geld ausgeben und konsumieren, indem wir unsere Steuern zahlen an einen Staat, der letzten Endes vor allem das Funktionieren der kapitalistischen Wirtschaft absichert.

Wir sind zwar alle daran beteiligt, den Kapitalismus aufrecht zu erhalten, ihn in unserer derzeitigen Lage einfach beenden können wir aber trotzdem nicht. Die Möglichkeiten zur Mitwirkungen, die uns die bürgerliche Demokratie zur Verfügung stellt, bemächtigen uns dazu nicht. Eine Partei beispielweise, die sich mit antikapitalistischer Rhetorik schmückt, müsste spätestens dann kapitulieren, wenn sie an der Regierung  ist. Der Staat den sie übernehmen würde wäre immer noch ein kapitalistischer, der ohne Steuereinnahmen handlungsunfähig wäre und so um jeden Preis die Zirkulation der Waren aufrecht erhalten muss. Auch die viel gepriesenen Grundrechte reichen immer nur so weit, wie ihre Ausübung für den Erhalt dieser Gesellschaft ungefährlich bleibt. Wer sich wirklich der bestehenden Ordnung in den Weg stellt bekommt schnell die volle Härte der Repression zu spüren. Um wirklich etwas tun zu können, müssen wir aus der Vereinzelung herausbrechen, in die uns diese Gesellschaftsform zwingt.

It’s not enough to be angry!
Wenn jetzt für den 31. März zu einem Aktionstag gegen den Kapitalismus aufgerufen wird, kann es nicht darum gehen, dem allgemeinen Gerede von der Krise einfach ein paar neue Facetten hinzuzufügen. So ist zum Beispiel die Deutung populär, der Kapitalismus sei nun eh fast am Ende, und wir bräuchten uns jetzt bloß alle an den Händen zu fassen und einen Neuanfang wagen. Dabei ist Widerstand gegen die kapitalistische Wirtschaftsweise alltäglich, aber leider auch schon lange in einer Sackgasse. In der Krise verschärfen sich die Auseinandersetzungen, aber der Kapitalismus ist immer Scheiße, auch wenn er scheinbar “reibungslos” funktioniert.

Es kann also bei einem antikapitalistischen Aktionstag nicht darum gehen, für einen Tag zu moblisieren. Vielmehr sollte der Tag genutzt werden um lokal und transnational die Strömungen zusammen kommen zu lassen, die eine konsequent antikapitalistische, anti-staatliche und revolutionäre Perspektive einnehmen. Die entstehende Vernetzung sollte nicht wie so oft mit dem Aktionstag wieder zerfallen, sondern als Beginn in einem Aufbauprozess gesehen werden.

Dabei sollte es nicht nur um eine Vernetzung für Aktionen gehen, sondern auch um das Entwickeln von Ansätzen, wie eine Bewegung gegen den Kapitalismus enstehen kann, die sich nicht auf symbolischen Protest beschränkt, sondern tatsächlich zur Transfomation und Revolutionierung der Lebensweise auf diesem Planeten in der Lage ist. Die Vereinzelung der (Teilbereichs-)Kämpfe aufzuheben und den Kapitalismus als Ursache hinter vielen Problemen beim Namen zu nennen, kann nur ein Anfang sein.

fightcapitalism100%

via [AT] Vienna: Demonstration – Sozial–revolutionärer Auflauf — M31.

Editorial ››Direkte Aktion

In der einen oder anderen Form ist das Thema Arbeiterselbstverwaltung allgegenwärtig: Am 4. Februar besetzten in der griechischen Stadt Kilkís ArbeiterInnen aus Protest gegen das brutale Spardiktat der Regierung ein örtliches Krankenhaus und betreiben es seitdem in Eigenregie weiter (mehr dazu unter Bankrott von Staat und Bewegung?). Auch hierzulande finden – wenn auch qualitativ auf einem ganz anderen Level – Diskussionen über alternative Betriebsstrukturen statt: In der Belegschaft des bankrotten Schlecker-Konzerns kursieren etwa Vorschläge zur Weiterführung des Unternehmens als Genossenschaft – ganz zum Missbehagen der ver.di-Spitzen (siehe auch Ausgeschleckert!).

Innerhalb der FAU und der libertären Öffentlichkeit bekam die Diskussion um Arbeiterselbstverwaltung einen neuen Schub, als der Historiker Michael Seidman im Oktober 2011 anlässlich der deutschen Erstübersetzung seiner bereits 1991 unter dem Titel Workers against Work erschienenen Studie über die Arbeiterkämpfe in Barcelona und Paris 1936-38 eine Rundreise zur Vorstellung seines Buches antrat. Mehr zu Seidman und seinen kontroversen Thesen findet Ihr in dieser Ausgabe bei „Zeitlupe“.

Gerade in einer Krisensituation, die sich weltweit immer mehr verschärft, haben selbstverwaltete Ansätze wieder ihr Potential zur Selbsthilfe und Selbstermächtigung der bisher Ohnmächtigen bewiesen. Was liegt also näher, als eine Ausgabe der DA dem Thema (ArbeiterInnen-)Selbstverwaltung zu widmen? Von alternativen Betrieben und deren Vernetzung untereinander, über Modelle dörflicher und kommunaler Selbstverwaltung, über die Organisation von prekären Kulturschaffenden bis hin zur selbstorganisierten indigenen Polizei mit abwählbaren Beamten: Selbstverwaltung hat viele Facetten.

Auch der theoretische Rundumschlag soll nicht ausbleiben, denn vor Irrwegen und Sackgassen war und ist auch die Idee der Selbstverwaltung nicht immun. Eine Gesamtbetrachtung zu Theorie und Praxis der Selbstverwaltungsidee innerhalb der Arbeiterbewegung gibt es – wo sonst? – bei „Hintergrund“. Während etwa in Titos Jugoslawien eine realsozialistisch deformierte „Arbeiterselbstverwaltung“ Staatsprogramm war, zeichnet alternative Betriebe im Westen seit jeher ein Doppelcharakter aus: einerseits können sie praktisches Modell und Orientierungshilfe auf dem Weg in eine andere, solidarische Ökonomie sein, andererseits dienen sie oft genug als Lückenbüßer für die Unzulänglichkeiten der kapitalistischen Wirtschaft oder führen am Ende gar zur Selbstausbeutung der KollektivistInnen. Wie dieser Problematik konkret begegnet werden könnte, damit beschäftigt sich ein Positionspapier der FAU Hamburg, das wir Euch unter Die dritte Säule näherbringen wollen.

Ein kleines Schmankerl haben wir im Artikel …ein bißchen richtiger im Falschen. Dort gewähren wir Euch Einblicke in die Selbstverwaltung aus unserer nächsten Nähe: Vier Kollektive aus dem Umfeld der FAU stellen sich vor.

Viel Spaß beim Lesen der neuen DA! Und darüber hinaus nicht vergessen: Am 31. März auf nach Frankfurt am Main!

Felix Zimmermann (Zeitlupe)

via Editorial — Direkte Aktion.

Datenschützer gegen EU-weite Telekommunikationsüberwachung ››heise online

heise online | Datenschützer gegen EU-weite Telekommunikationsüberwachung.

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